Suchen

Forschung

KI soll Lebensdauer bestimmen

| Redakteur: Julia Mutzbauer

Forscher der Harvard University und der Hochschule Stralsund haben im Rahmen einer Forschungsstudie untersucht, ob sich Röntgenaufnahmen auch für die Bestimmung der Langzeit-Sterblichkeit nutzen lassen.

Wissenschaftler haben einen Algorithmus entwickelt, der die Daten von Röntgenbilder auswerten und die Sterbewahrscheinlichkeit voraussagen kann
Wissenschaftler haben einen Algorithmus entwickelt, der die Daten von Röntgenbilder auswerten und die Sterbewahrscheinlichkeit voraussagen kann
( © utah778 - stock.adobe.com )

Bisher wurde vom behandelnden Arzt eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes gemacht, um den Verdacht einer Lungenentzündung auszuschließen. Nun haben Wissenschaftler der Harvard University und der Hochschule Stralsund ein künstliches neuronales Netzwerk entwickelt, das selbständig die Bilddaten von den Röntgenaufnahmen auswertet und die Sterbewahrscheinlichkeit voraussagen kann.

Hierfür wurden insgesamt über 55.000 Bilder aus zwei großen klinischen Studien ausgewertet. Ca. 40.000 Bilder wurden für die Entwicklung des Algorithmus verwendet und die restlichen Bilder für die Validierung. Der daraus entwickelte Algorithmus wurde für die Bestimmung der Risikoklassen genutzt. Dabei benötigt der Algorithmus weniger als eine halbe Sekunde und arbeitet ausschließlich auf der Grundlage der Bilddaten. Ein weiterer Vorteil ist, dass er für die Auswertung mit bereits existierenden Röntgenaufnahmen zu geringen bis gar keinen Kosten eingesetzt werden kann.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass künstliche Intelligenz dazu eingesetzt werden kann, Informationen über die Lebensdauer sowie die Gesundheit von medizinischen Routine-Aufnahmen zu extrahieren“, erläutert Prof. Dr. Thomas Mayrhofer von der Hochschule Stralsund. Mayrhofer ist überzeugt, dass „ das Wissen über das individualisierte Sterberisiko dazu genutzt werden kann, informierte Entscheidungen über Präventionsmaßnahmen wie z.B. Lungenkrebs-Screenings zu treffen“.

Auch die Rektorin der Hochschule, Prof. Dr. Petra Maier bestätigt, dass „diese Studie die exzellente Forschung zeigt, die bei uns an der Hochschule Stralsund durchgeführt wird. Sie ist ein hervorragendes Beispiel für unseren Forschungs- und Lehrschwerpunkt ‚Gesundheitstechnologien / eHealth und Gesundheitswirtschaft‘. Mit den beiden Studiengängen ‚Medizinisches Informationsmanagement / eHealth‘ (Bachelor) sowie ‚Gesundheitsökonomie‘ (Master) besetzen wir zudem genau die Schnittstelle von Gesundheit, Management und Digitalisierung“.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 46056419)

NUS National University of Singapore; ©Kateryna_Kon - stock.adobe.com; ©Alexander Limbach - stock.adobe.com; WISO / Schmidt-Dominé; DZD/Knowing Health/Neo4j; utah778 - stock.adobe.com; Apple; wearHealth AG; gemeinfrei; GE Healthcare; Sozialministerium; ©BillionPhotos.com - stock.adobe.com; elenabsl - stock.adobe.com; Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Fotograf: Jana Dünnhaupt; TMF e.V.; mast3r - stock.adobe.com; adam121 – stock.adobe.com; Romolo Tavani - stock.adobe.com; alexey_boldin - stock.adobe.com; Maxim; j-mel - stock.adobe.com; Jaiz Anuar - stock.adobe.com; Socura; Vogel IT-Medien; contrastwerkstatt - stock.adobe.com; Volkmar Könneke ; aga7ta – Fotolia