TU Kaiserslautern „Ich habe Rücken“: KI ermöglicht personalisierte Diagnose

Autor: Ira Zahorsky

Knapp 90 Prozent der Arbeitnehmer leiden einer Studie der Pronova BKK an Rückenschmerzen. Ein Forscherteam der TU Kaiserslautern nutzt Künstliche Intelligenz, um Fehlstellungen und -Belastungen der Wirbelsäule individuell zu analysieren.

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Mit der Technik kann die Wirbelsäule besser analysiert werden
Mit der Technik kann die Wirbelsäule besser analysiert werden
(Bild: Interprofessionelles Studienzentrum für Bewegungsforschung)

Der Hauptgrund für Rückenproblem ist zu viel sitzen und zu wenig Bewegung. Online, per App oder vor Ort gibt es zwar zahlreiche Präventionsmaßnahmen, „doch all dies nützt wenig, wenn die Ursache für die Schmerzen nicht klar definiert ist“, sagt Carlo Dindorf, Wissenschaftler in der Arbeitsgruppe Bewegungs- und Trainingswissenschaft an der TU Kaiserslautern.

Ein interdisziplinäres Team der TU Kaiserslautern, dem Forschungsteam des Interprofessionellen Studienzentrums für Bewegungsforschung der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und weitere Projektpartner analysiert deshalb Wirbelsäulen mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI). Zunächst wird der Rücken mit einem Projektor und einer Kameraeinheit gescannt und per bewährter Rasterstereographie wird ein individuelles Modell der Wirbelsäule berechnet.

Anschließend kommt eine KI und maschinelles Lernen zum Einsatz: „Unser System lernt mit Hilfe der gewonnenen Daten dazu“, erläutert Dindorf. „Je mehr Wirbelsäulen analysiert werden, desto besser wird das System und somit unser Verständnis der Wirbelsäule.“ Die personalisierten Diagnosen sollen nicht nur eine individuelle Therapie ermöglichen. Sie sind auch für den Leistungs- und Breitensport sowie für die Grundlagenforschung von Bedeutung, geben sie doch einen besseren Einblick in die Funktion der Wirbelsäule.

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Über den Autor

 Ira Zahorsky

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Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS