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Oberflächen- und Thermaltracking mit Röntgenmonitoring kombiniert Höhere Präzision in der Strahlentherapie

| Autor: Julia Mutzbauer

Das LMU Klinikum München hat eine neu konzipierte Positionierungs- und Monitoringlösung für die Strahlentherapie eingesetzt. In diesem Behandlungssystem wurden Oberflächen- und Thermaltracking mit Röntgenmonitoring zusammenführt.

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Das LMU Klinikum München hat für die Strahlentherapie erstmals eine automatisierte Patientenmonitoring-Lösung eingesetzt, die während der Behandlung mit mehreren Tracking-Technologien wie Oberfläche, Wärme und Röntgen arbeitet
Das LMU Klinikum München hat für die Strahlentherapie erstmals eine automatisierte Patientenmonitoring-Lösung eingesetzt, die während der Behandlung mit mehreren Tracking-Technologien wie Oberfläche, Wärme und Röntgen arbeitet
(© Brainlab)

Bisher war die Strahlenbehandlung der Krebspatientin Monika Ohl-Püschel für die Ärzte am LMU Klinikum besonders schwierig. Zum einen aufgrund der Lage des Tumors, zum anderen weil sie eine normale Gesichtsmaske nicht toleriert. „Ich hatte Angst vor der engen Maske und war dementsprechend nervös, auf dem Behandlungstisch fixiert zu werden“, erklärt sie. „Da der relativ kleine Tumor sehr nah am Innenohr der Patientin liegt, stellte die Planung und Durchführung der Bestrahlung eine wirkliche Herausforderung dar“, berichtet Professor Maximilian Niyazi, stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am LMU Klinikum München. Daraufhin wurde Monika Ohl-Püschel als erste Patientin mit dem neuen Strahlentherapiesystem von Brainlab behandelt.

Das System wurde zur Behandlungsoptimierung für eine breite Indikationspalette in der Hochpräzisionsstrahlentherapie entwickelt. Bei Exac Trac Dynamic handelt es sich um eine automatisierte Patientenmonitoring-Lösung, die während der Behandlung mit mehreren Tracking-Technologien wie Oberfläche, Wärme und Röntgen arbeitet und zur Immobilisierung ein rahmenloses System nutzt.

Die kraniale Immobilisierungslösung, die mit einem 4-Pi-Algorithmus zur Optimierung sowie durch klinische Kontrollelemente ausgestattet ist, soll eine angenehme Behandlung ermöglichen. Denn das Behandlungssystem hat eine offene Gesichtsmaske, und kann helfen, gesundes Gewebe zu schonen, erläutert der Hersteller.

Die Patientenmonotoring-Lösung von Brainlab
Die Patientenmonotoring-Lösung von Brainlab
(© Brainlab)

„Als Professor Niyazi erklärte, dass das LMU Klinikum über eine neue Technologie mit einem offenen Gesichtsmaskensystem verfügt, war ich erleichtert und wusste, dass ich mit der für mich notwendigen Behandlung problemlos klarkommen kann“, so die Patientin. Dazu erklärt Niyazi: „Mit Exac Trac Dynamic konnten wir die Position des Tumors mit hoher Genauigkeit und sehr geringer Latenz konsequent verfolgen und somit eine extrem präzise Behandlung durchführen, selbst mit einer offenen Gesichtsmaske.“

Nach Informationen des Herstellers können die behandelnden Ärzte bei der Anwendung auf die Präzision vertrauen, die für eine sichere Bestrahlung mit der geplanten Behandlungsdosis erforderlich ist. Ein weiterer Vorteil der Behandlungslösung sei, dass dabei mehrere Systeme miteinander kombiniert würden. Deshalb könne der Einsatz dazu beitragen, die Behandlungsdauer zu verkürzen, die Anzahl der behandelten Patienten zu steigern und gegebenenfalls deren Aufenthaltsdauer im Krankenhaus zu reduzieren.

„Das System ist sehr intuitiv und flexibel einsetzbar. Es ermöglicht uns eine ständige Echtzeitkontrolle mit einer automatisierten Unterbrechung der Behandlung bei Bewegungen außerhalb der voreingestellten Toleranzen, die wir für den Patienten festgelegt haben“, bestätigt Professor Claus Belka, Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am LMU Klinikum München. „In der komplexen Radiochirurgie bei Metastasen an der Wirbelsäule ermöglicht das System beispielsweise die Behandlung mit einer hochpräzisen, zielgerichteten Dosis durch die genaue Überwachung der internen Anatomie mit automatisiertem Röntgenmonitoring“, führt Belka aus. Dies sei für Wirbelsäulenbehandlungen aufgrund der Nähe des Rückenmarks zum Zielvolumen von entscheidender Bedeutung.

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 Julia Mutzbauer

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Redaktion, eGovernment Computing