Zahnarztpraxis Heil- und Kostenpläne digital einreichen

Von Susanne Ehneß

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Anträge auf zahnärztliche Behandlungen können ab sofort digital bei den Krankenkassen eingereicht werden. Die sechsmonatige Testphase wurde erfolgreich abgeschlossen.

Das neue EBZ soll Zahnärzten und Patienten die Beantragung erleichtern
Das neue EBZ soll Zahnärzten und Patienten die Beantragung erleichtern
(© Halfpoint - stock.adobe.com )

Laut GKV-Spitzenverband und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) läuft das zahnärztliche Antragsverfahren auf Wunsch nun digital ab. Noch bis Ende 2022 ist die Nutzung des neuen „Elektronischen Beantragungs- und Genehmigungsverfahrens – Zahnärzte (EBZ)“ freiwillig, ab 1. Januar 2023 dann verpflichtend.

Das neue, digitale Verfahren betrifft vor allem Heil- und Kostenpläne (HKP) für Zahnersatz. Patienten soll künftig nicht mehr der herkömmliche, komplexe HKP ausgehändigt werden, statt dessen erhalten sie eine Ausfertigung mit allen relevanten Inhalten in allgemeinverständlicher Form.

Weitere Therapien, die derzeit digital beantragt und angezeigt werden können, sind die kieferorthopädische Behandlung sowie die Behandlung von Kieferbruch und von Kiefergelenkserkrankungen. Ab dem Jahr 2023 soll dann auch die Behandlung von Parodontalerkrankungen dazukommen. Dann sind laut GKV-Spitzenverband und KZBV keinerlei Anträge auf Papier mehr möglich.

Ohne Beteiligung der Gematik

„Alle Beteiligten – von den Praxen über die Patientinnen und Patienten bis zu den Kassen – sparen dadurch Zeit und Aufwand, haben also einen echten Mehrwert. Genau deswegen wollen und müssen wir die Digitalisierung in allen Bereichen des Gesundheitswesens vorantreiben“, kommentiert Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands. „Besonders freut mich die sehr gute Zusammenarbeit mit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, mit der wir bei der Umsetzung konsequent an einem Strang gezogen haben.“

Auch bei der KZBV ist man von der neuen digitalen Beantragung überzeugt. „Die Vorteile, die mit dem EBZ einhergehen, sind unter anderem Zeitersparnis, eine schnellere Genehmigung, die Vermeidung von Medienbrüchen, eine sichere Datenübertragung und -verarbeitung sowie eine optimierte Terminplanung“, erläutert Martin Hendges, stellvertretender Vorsitzender des KZBV-Vorstandes, und betont die gute Kooperation von Krankenkassen und Herstellern. „Herausstellen möchte ich insbesondere auch die lösungsorientierte und transparente Zusammenarbeit mit den Krankenkassen sowie den Herstellern von Praxisverwaltungssoftware, die hier – ohne die Beteiligung der gematik – aus Versorgung und Selbstverwaltung heraus eine großartige und im Praxisalltag erprobte Anwendung mit vielen Vorteilen für alle Beteiligten entwickelt haben.“

Bei der Umsetzung des EBZ habe man großen Wert darauf gelegt, nicht lediglich Papierformulare zu digitalisieren und die lästige Zettelwirtschaft ressourcenschonend zu beenden, sondern die komplette Antragsstrecke so aufzusetzen, dass spürbare Verbesserungen der Genehmigungs- und Dokumentationsprozesse realisiert werden. „Auf diese Weise werden auch Bürokratie und kleinteilige Arbeitsschritte im Praxisalltag spürbar reduziert und gleichzeitig höchsten Ansprüchen an den Datenschutz entsprochen“, so Hendges.

Signalwirkung

GKV-Spitzenverband und KZBV erhoffen sich von der zügigen Umsetzung eine Signalwirkung. Das EBZ-Verfahren habe „große Aufmerksamkeit und Interesse auch innerhalb der Ärzteschaft erfahren, sodass hier vielleicht ein Modell realisiert wurde, das im Gesundheitswesen Schule machen könnte“, heißt es dazu.

Wie funktioniert's?

Die digitalen Anträge werden datensicher über den Dienst „Kommunikation im Medizinwesen (KIM)“ ausgetauscht. Die Praxis hat alle Anträge digital vorliegen, die direkt von der Praxis an die Krankenkasse übermittelt werden.
Bei der Kasse wird der Antrag geprüft und die Antwort ebenfalls per KIM zurück an die Praxis gesandt. Dies kann künftig noch am selben Tag geschehen. Bislang dauert die Bewilligung eines Heil- und Kostenplans für Zahnersatz deutlich länger.
Die Patienten bekommen auch weiterhin schriftliche Informationen über Kosten und Details der geplanten Behandlung von ihrer Praxis ausgehändigt. Von der Kasse erhalten sie dann einen schriftlichen Bescheid über die Kostenübernahme

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