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Auftakt zu regelmäßiger Online-Reihe Hauptstadtkongress auf Digitalkurs

| Autor: Susanne Ehneß

In ungewohntem Rahmen fand der diesjährige Hauptstadtkongress statt. In kleiner Runde und mit zugeschalteten Gästen verfolgten rund 2.5000 Teilnehmer die Diskussionen. Hauptthema war, klar, Corona.

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Der HSK Digital soll keine Corona-Ersatzveranstaltung bleiben
Der HSK Digital soll keine Corona-Ersatzveranstaltung bleiben
(© HSK)

„Corona hat manches beschleunigt“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in seinem Vortrag. Er konnte der kleinen Berliner Diskussionsrunde dank Videoschalte trotz der Abstands- und Hygieneauflagen beiwohnen – auch solche Alternativen hat das Virus hervorgebracht. Statt eines regen Kongressbetriebs im Berliner Citycube mit rund 8.000 Besuchern bot der Hauptstadtkongress (HSK) in diesem Jahr eine Videokonferenz.

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Rund 2.500 Teilnehmer verfolgten die Diskussionen von Dr. Martina Wenker, Lungenfachärztin und Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Vera Lux, ehemalige Pflegedirektorin der Uniklinik Köln, Prof. Dr. Axel Ekkernkamp, Chef des Unfallkrankenhauses Berlin, und Gesundheitsunternehmer Prof. Heinz Lohmann, die persönlich anwesend waren. Zugeschaltet wurden Jens Spahn und Dr. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Inhaltlich war das Coronavirus das Topthema. Besprochen wurden die Auswirkungen und Konsequenzen der COVID-19-Pandemie auf Krankenhäuser, Medizin, Pflege, Gesundheitsversorgung und Gesundheitswirtschaft. Dr. Gaß zog ein positives Resümee: „Wir haben in der Krise gezeigt, was in uns steckt.“ Das deutsche Gesundheitssystem habe funktioniert, vor allem auch die Pflegeeinrichtungen. Ob durchgeführte Qualifizierungsmaßnahmen oder die vielen aufgebauten Fieberambulanzen: Dr. Gaß zeigte sich beeindruckt ob der gemeinsamen Anstrengungen.

„Jens Spahn hatte mit dem Notbetrieb in den Krankenhäusern recht“, ergänzte Dr. Wenker. Gerade die Hausärzte hätten viel abgefangen und damit zu einem funktionierenden Betrieb beigetragen.

Langfristige Effekte

Jens Spahn zeigte sich ebenfalls überzeugt vom Notfallmanagement. Nun hofft er auf langfristige Effekte durch den unerwarteten Digitalisierungsschub. „Das liegt an uns allen“, betonte der Gesundheitsminister. Grundlage sei die Akzeptanz in der Bevölkerung, bei Ärzten und Pflegekräften – denn alles, was die Behandlung oder die Kommunikation erleichtere, erhöhe die Akzeptanz.

„Das werden wir auch bei der elektronischen Patientenakte sehen“, ist Spahn überzeugt.

Bei der kurz vor der Veranstaltung gelaunchten Corona-Warn-App sei dies aber anders, denn bei der Warn-App würden die Daten ja nicht zentral zusammengeführt. „Bei der ePA braucht man das schon“, so Spahn.

11,8 Millionen Downloads

Auf die Warn-App war Spahn sichtlich stolz und bezeichnete sie als „Hightech made in Germany“. Bei der Entwicklung der App hätten, so Spahn, Google und Apple etwas von deutschen Ingenieuren gelernt. Es sei „nicht die erste App, aber mit Sicherheit eine der besten, wenn nicht die beste. Das ist schon ein ziemlich gutes Produkt“.

Nun stehe die Verbindung zu ausländischen Apps an. Spahn erläuterte, dass Deutschland mit der EU-Kommission im Gespräch sei, um eine „europäische Schnittstelle“ für die verschiedenartigen Apps zu schaffen, so dass Daten über Kontakte zu Infizierten auch zwischen den Apps der europäischen Länder ausgetauscht werden können. Spahn verwies darauf, dass beispielsweise Frankreich die Daten – anders als die deutsche App – zentral speichere.

Stand heute haben 11,8 Millionen die Warn-App auf ihren Smartphones installiert.

Investitionen

Spahn will die Digitalisierung zügig vorantreiben. „10 Milliarden Euro aus dem Konjunkturpaket sollen ins Gesundheitswesen fließen“, so der Minister. Zusätzlich kommen laut Spahn Gelder aus dem Nachtragshaushalt, 11 Milliarden Euro Bettenpauschale, 4 Milliarden für den öffentlichen Gesundheitsdienst sowie 3,9 Milliarden für die digitale Infrastruktur.

Wie geht es mit dem HSK weiter?

„HSK Digital“ soll keine Eintagsfliege bleiben. Die Veranstaltung soll zusätzlich zum regulären HSK mehrmals im Jahr den gesundheitspolitischen Diskurs online abbilden – mit gestreamten Podiumsveranstaltungen und Webinaren zu einzelnen Themen. Die Online-Events der Reihe sollen ein bis zwei Stunden dauern.

„Natürlich bleibt es bei unserem jährlich stattfindenden Präsenz-Kongress im Berliner Citycube, der in diesem Jahr leider verschoben werden musste“, kommentieren die Kongressleiterin Dr. Ingrid Völker und der Kongresspräsident Ulf Fink die Pläne, „aber das Gesundheitswesen ist längst auch digital intensiv vernetzt und diskutiert viele gesundheitspolitische Themen online, noch bevor diese in Medien und Öffentlichkeit überhaupt richtig wahrgenommen werden. Hierfür wollen wir als etablierte Marke künftig eine starke Plattform anbieten.“

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