Digitalisierung Geographische Datenanalyse als Werkzeug des Pandemiemanagements

Von Chiara Maurer

Zu zahlreichen Einschränkungen kam es in den vergangenen Jahren als Folge der Covid-19-Pandemie. Diese kann jedoch auch als Chance für die Digitalisierung im Krankenhaus angesehen werden, wobei interaktive Landkarten eine entscheidende Rolle spielen.

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Interaktive Landkarten machen es möglich, Krankenhäuser mit freien Bettkapazitäten auf einen Blick zu erkennen
Interaktive Landkarten machen es möglich, Krankenhäuser mit freien Bettkapazitäten auf einen Blick zu erkennen
(© NicoElNino - stock.adobe.com)

Bisher wurde die Methodik hauptsächlich in der Logistik verwendet, doch nun hat ein Team um Wirtschaftsprofessor Dr. Jozo Acksteiner von der Hochschule Fulda gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Frankfurt geographische Datenanalysen auch für den medizinischen Sektor anwendbar gemacht. So soll ermöglicht werden, Krankenhäuser zu entlasten und Beatmungsplätze effizient zu belegen.

Am Anfang der geographischen Datenanalyse steht die Problemdefinition sowie das Aufstellen der benötigten Daten und der gewählten Visualisierungsform. Darauf folgt die Überlegung, wie die erhobenen Daten miteinander kombiniert und dargestellt werden können, um möglichst schnelle und zielführende Entscheidungen zu gewährleisten. Dies geschieht bei den interaktiven Karten durch eine Ampeldarstellung, welche durch ein Farbsystem die Auslastung der Krankenhäuser anzeigt. Der letzte Schritt ist dann die Umsetzung und stetige Verbesserung der Methodik in Zusammenarbeit mit Experten und Nutzern.

Die interaktiven Landkarten verbinden aktuelle Daten der Pandemie mit Erfahrungswissen von Experten, sodass tagesaktuelle Zahlen zu Inzidenzen und der Auslastung von Beatmungsplätzen dargestellt werden können. So hilft dieses Verfahren Entscheidern zu erkennen, welches Krankenhaus noch freie Betten besitzt.

Durch Prognosen zur Auslastung und der Beobachtung der Impfquote, können zudem Bettkapazitäten berücksichtigt werden, welche aufgrund steigender Infektionszahlen von den jeweiligen Kliniken selbst benötigt werden könnten. Somit könne die Gesamtsituation schnell erfasst werden und biete gegenüber herkömmlichen Datenanalyseverfahren eine Zeitersparnis von 80 Prozent, so Acksteiner. Weiterhin begünstige die Landkarte durch ihre Darstellungsform die Identifikation und die Eliminierung von impraktikablen Entscheidungen und Datenfehlern durch Experten.

Bisher ist die Methodik noch exklusiv für den zentralen Planungsstab „Stationäre Versorgungsstruktur von Covid-19-Patientinnen und Patienten“ des Landes Hessen, doch auch über die Pandemie hinaus könnte dieses Verfahren hilfreich sein. So ist auch an ihren Gebrauch in der Kapazitätsplanung in den bereits vor der Pandemie ausgelasteten Krankenhäusern zu denken oder an einen Einsatz in der Krankheitsprävention.

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