Telematik-Infrastruktur 2.0 gematik will die digitale Medizin konkret machen

Autor: Ira Zahorsky

Mehrwerte für Nutzer und Anbieter, Interoperabilität, ein stabiler und sicherer Betrieb: so stellt sich die gematik die Telematik-Infrastruktur 2.0 vor. Dafür will sie eine Plattform für alle Akteure schaffen und stellt dazu ein Ideenpapier vor.

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Die gematik will eine „gemeinsame Arena für alle Akteure [schaffen], in der die Teilnehmer gewissermaßen einem olympischen Geist verpflichtet seien“, erklärt Dr. Markus Leyck Dieken, Geschäftsführer der gematik, das neue Konzept.
Die gematik will eine „gemeinsame Arena für alle Akteure [schaffen], in der die Teilnehmer gewissermaßen einem olympischen Geist verpflichtet seien“, erklärt Dr. Markus Leyck Dieken, Geschäftsführer der gematik, das neue Konzept.
(Bild: gematik)

Um den Playern im Gesundheitswesen eine zeitgemäße und nutzenorientierte Plattform zu für den digitalen Austausch zu bieten, stellt die gematik mit der TI 2.0 komplexe, aber klare Grundbedingungen wie Nutzerzentriertheit, Interoperabilität und einen stabilen sicheren Betrieb in den Mittelpunkt der Konzeption. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen mit der TI Entlastung für medizinische Behandler und Mehrwerte für Nutzer und Anbieter schaffen. Das geht nur mit einer modernen Plattform für Digitale Medizin: der TI 2.0. Jetzt stellen wir unser Ideenpapier dazu vor und wollen in den Fachaustausch dazu gehen“, so Dr. Markus Leyck Dieken, Geschäftsführer der gematik.

„Wir fungieren als Gastgeber, sichern die Qualität und überwachen die Einhaltung der Sicherheitsanforderungen und Betriebsregeln. Für die Nutzer stellen wir notwendige Grundfunktionalitäten zur Verfügung“, erläutert Leyck Dieken. Die nutzerorientierte Ausrichtung des Angebots sei das A und O. Bereits dieses Jahr liefere die gematik beispielsweise mit der elektronischen Patientenakte (ePA) und dem eRezept Anwendungen, mit denen Digitale Medizin für jede Bürgerin und jeden Bürger konkret werde. Entscheidend dabei seien einheitliche Standards: Insel-Lösungen gehörten der Vergangenheit an, ebenso das Denken in isolierten Silos der medizinischen Versorgung.

Sechs Säulen

Die neue Architektur der TI basiert auf sechs fundamentalen Säulen:

  • 1. Einem föderierten Identitätsmanagement, weil mit dieser „Brücke“ mehr Flexibilität und Nutzerfreundlichkeit durch die einfache Nutzung von Identitätsbestätigungen der TI für eigene digitale Angebote der Nutzergruppen möglich ist.
  • 2. Der universellen Erreichbarkeit der Dienste durch Zugangsschnittstellen im Internet, weil der Wegfall proprietärer IT-Lösungen (z. B. Konnektor) Kosten senkt, den Betrieb stabilisiert und die Integration weiterer medizinischer Berufsgruppen erleichtert.
  • 3. Einer modernen Sicherheitsarchitektur, weil diese die eigenständige Bereitstellung von Diensten durch unterschiedliche Anbieter ermöglicht und sowohl sicherer als auch effizienter ist.
  • 4. Verteilten Diensten, weil aus Sicht optimierter Versorgungsprozesse die Verknüpfung von Daten aus verschiedenen Quellen notwendig ist.
  • 5. Interoperabilität und strukturierten Daten, weil die anwendungsfallbezogene Versorgung und Forschung eine Verbesserung der Datenqualität erfordert. Standardbasierte strukturierte Daten und Schnittstellen erhöhen die Verfügbarkeit bei Produkten und Services.
  • 6. Einem automatisiert verarbeitbaren Regelwerk der TI, weil eine automatisierte Überprüfung der Sicherheit und des Datenschutzes sowie der Interoperabilität und Verfügbarkeit das Vertrauen in die TI stärken.

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Über den Autor

 Ira Zahorsky

Ira Zahorsky

Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS