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Telematik-Infrastruktur gematik stellt eRezept vor

| Autor: Julia Mutzbauer

Schon im Juli 2021 soll das elektronische Rezept zum Alltag von Ärzten, Apothekern und Patienten gehören. Die gematik entwickelt dafür nicht nur die technischen Voraussetzungen, sondern auch die App. gematik-Geschäftsführer Dr. Markus Leyck Dieken sowie ein Expertenteam gaben im Rahmen der virtuellen Messe expopharm impuls erstmals Einblicke in die geplanten Funktionionalitäten des eRezepts.

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In einem Jahr können Rezepte auch per Smartphone eingelöst werden
In einem Jahr können Rezepte auch per Smartphone eingelöst werden
(© viperagp – stock.adobe.com)

Im Jahr 2022 sollen elektronische Verordnungen zum Regelfall werden. Das dazu benötigte, flächendeckend anwendbare eRezept-System befindet sich derzeit noch im Aufbau – auch die dazu gehörige Smartphone-App. Dabei stehe die Nutzerfreundlichkeit im Vordergrund, betont der gematik-Geschäftsführer Markus Leyck Dieken. So wird die eRezept-App in verschiedenen Nutzerpanels getestet – zum Beispiel von blinden Patienten.

Nach Ansicht von Leyck Dieken handelt es sich beim eRezept nicht nur um eine digitale Lösung, sondern um eine Erweiterung des Angebots aufgrund der Services rund um die App. Als Beispiel verweist er auf eine Vorlesefunktion für Menschen mit Sehbinderung. Zudem will die gematik eine Möglichkeit zur Warenbestandsabfrage in der App bereitstellen.

Eine weitere Service-Funktion soll es für Ärzte geben: Wie Sabine von Schlippenbach bestätigt, Produktmanagerin eRezept bei der gematik, soll für Ärzte auch eine Freitextverordnung eingerichtet werden.

Hannes Neumann, Projektleiter eRezept bei der gematik, bekräftigt, dass diese Lösung vor allem die Arbeitsabläufe der Leistungserbringer rund um die Patienten vereinfachen und verbessern werde. Die Funktionsweise sei komplett medienbruchfrei, da die Apotheke direkt auf den Datensatz des Arztes zugreifen könne.

Für Patienten, die kein Smartphone besitzen, werde es auch weiterhin ein Papierrezept geben, dass wie bisher vom Arzt ausgedruckt werden könne. Mithilfe eines QR-Codes kann der Ausdruck dann in der Apotheke gescannt werden.

Ralf König, Director Pharmacy hih (health innovation hub des Bundesministeriums für Gesundheit), sieht einen weiteren Vorteil durch das eRezept: „Wir haben in Zukunft eine Datenbasis mit der wir nachvollziehen können, welche Medikamente der Apotheker ausgegeben hat.“

Die mit dem digitalen Rezept verbundenen Nutzungsvorteile für Ärzte, Apotheker und Patienten könnten auch über Deutschland hinaus interessieren. Deshalb verfolgt die gematik nach den Worten von Projektleiter Neumann auch das Ziel, eine europaweite Nutzung des eRezepts zu ermöglichen.

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Über den Autor

 Julia Mutzbauer

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Redaktion, eGovernment Computing