Telematikinfrastruktur (TI) Gematik mit TI-Fachanwendungen auf dem Vormarsch

Redakteur: Eva Hornauer

Ob TI 2.0, Mitgestaltung internationaler Standards oder Repräsentation der TI-Anwendungskonzepte auf Fachmessen – die Gematik treibt den Ausbau des digitalen Gesundheitssystems in Deutschland und der dafür eingesetzten TI-Fachanwendungen weiter voran.

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Die Telematikinfrastruktur soll alle Akteure und Institutionen des Gesundheitswesens miteinander vernetzten und dadurch einen organisationsübergreifenden Datenaustausch innerhalb des Gesundheitswesens ermöglichen.
Die Telematikinfrastruktur soll alle Akteure und Institutionen des Gesundheitswesens miteinander vernetzten und dadurch einen organisationsübergreifenden Datenaustausch innerhalb des Gesundheitswesens ermöglichen.
(© tippapatt – stock.adobe.com)

Für die reibungslose Kommunikation zwischen den verschiedenen Bereichen, Sektoren und Systemen vernetzen Telematikinfrastrukturen (TI) die Akteure und Institutionen im Gesundheitswesen miteinander. Der Gematik, deren erklärtes Ziel es ist „die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens durch eine wertgeschätzte Telematikinfrastruktur sicher zu stellen“, gelangen in diesem Bereich nach eigenem Bekunden mehrere Fortschritte.

Telematikinfrastruktur 2.0

Im Januar dieses Jahres stellte das Unternhemen die TI 2.0 mit ihren sechs Grundsäulen vor. Die Gesellschafterversammlung der Gematik, die u.a. aus dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und der Bundesärztekammer (BÄK) besteht, gibt nun „grünes Licht“ für die TI 2.0.

Im Rahmen des Modernisierungsvorhabens TI 2.0 sollen technologische Fortschritte genutzt werden, um TI-Anwendungen zu vereinfachen, ihren Nutzen zu erhöhen und gleichzeitig die verwendeten Sicherheitskonzepte up to date zu halten. All dies soll auf sechs Säulen (siehe Grafik) aufgebaut werden:

  • ein föderales Identitätsmanagement,
  • universelle Erreichbarkeit,
  • moderne Sicherheitsarchitektur,
  • verteilte Dienste,
  • Interoperabilität von Datenstrukturen und Standards sowie ein
  • gemeinsames TI-Regelwerk.

Gesellschafterversammlung der gematik beschließt Modernisierung der technischen Infrastruktur fürs Gesundheitswesen. Für die TI 2.0 wurden sechs Säulen entwickelt.
Gesellschafterversammlung der gematik beschließt Modernisierung der technischen Infrastruktur fürs Gesundheitswesen. Für die TI 2.0 wurden sechs Säulen entwickelt.
(© gematik)

Diese Modernisierung sei aber ein komplexes, mehrjähriges Verfahren, deren Umsetzung wohl bis zum Ende des Jahres 2025 andauere. „Mit einem entsprechenden Governance-Verfahren – also mit den Regularien und Maßnahmen, nach denen nach innen und außen gehandelt wird –, wollen wir gemeinsam mit unseren Gesellschaftern bei der schrittweisen Weiterentwicklung ein besonderes Augenmerk auf den Nutzen für die Patienten, die Wirtschaftlichkeit und auf eine Verbesserung der Versorgungsprozesse legen“, erklärt Dr. med. Markus Leyck Dieken, Geschäftsführer der Gematik

Im CSC internationale Standards mitgestalten

Vergangene Woche kündigte das Unternehmen außerdem seine Mitgliedschaft im Cloud Signature Consortium (CSC) an. Das CSC entwickelt als globales Konsortium Standards und Lösungen für sichere cloudbasierte Signaturen und ihre Anwendungen. Unter anderem auch im CSC vertreten: Adobe und die Bundesdruckerei.

Die Mitgliedschaft im CSC ermögliche es der Gematik die internationalen Standards im Bereich der TI mitzugestalten. „Im CSC profitieren wir vom Wissen und der Erfahrung seiner Mitglieder weltweit. Dafür bringen wir wiederum unsere Expertise ein und stellen sicher, dass die Anforderungen des deutschen Gesundheitssystems bei der Weiterentwicklung globaler Standards und Produkte berücksichtigt werden“, so Sergej Suskov, Leiter Systems Engineering in der Gematik.

TI in der Pflege

Auch im Bereich der Pflege finden TI-Fachanwendungen Fuß. Die Gematik kann deshalb die Versorgungsprozesse in der Pflege in Verbindung mit der TI auf dem diesjährigen Deutschen Pflegetag vorstellen. Dieser findet in diesem Jahr hybrid am 13. und 14. Oktober 2021 in Berlin und Online statt.

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