Krankenhaus und Pflege Gematik gibt neue Spezifikationen bekannt

Von Natalie Ziebolz

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Sowohl im Krankenhauswesen als auch in Pflegeeinrichtungen werden unterschiedliche, spezialisierte IT-Systeme verwendet. Um die Kommunikation zwischen den Lösungen und den einzelnen Einrichtungen zu erleichtern, hat die Gematik Interoperabilitätskriterien für die Schnittstellen veröffentlicht.

Durch Standards soll der Austausch zwischen den unterschiedlichen IT-Systemen in Bereich der Pflege und der Krankenhäuser vereinfacht werden
Durch Standards soll der Austausch zwischen den unterschiedlichen IT-Systemen in Bereich der Pflege und der Krankenhäuser vereinfacht werden
(© ronstik – stock.adobe.com )

Zahlreiche unterschiedliche IT-Systeme im Bereich der Pflege – von der Patientenstammdatenverwaltung über die pflegerische Planung bis zur Dokumentation – erschweren den Austausch von Stamm- und Pflegedaten zwischen den einzelnen Einrichtungen. Die Daten müssen oftmals manuell in das System übertragen werden.

Mit dem Standard für „Informationstechnische Systeme in der Pflege“ (ISiP) soll dies nun der Vergangenheit angehören. Dieser legt fest, dass für den Austausch unter den Systemen offene und standardisierte Schnittstellen verwendet werden sollen. Von diesem Vorgehen erhoffen sich die Beteiligten, „mehr Effizienz, Übersichtlichkeit und verständliche Kommunikation ins System zu bringen“.

Die erste Stufe des Standards für ISiP, die sich auf die Spezifizierung der relevanten Stammdaten des Pflegeempfängers fokussiert, hat die Gematik nun veröffentlicht. Die technischen Details sowie ein Implementierungsleitfaden sind auf Simplifier einsehbar.

Die zweite Stufe der ISiK-Spezifikationen

Bereits vor einem Jahr hatte die Gematik die Vorgaben für „Informationstechnische Systeme in Krankenhäusern“ bekanntgegeben. Seitdem sorgt die „gemeinsame Sprache“ dafür, dass „im Klinikalltag Patienteninformationen grundsätzlich systemübergreifend für alle an der Behandlung Beteiligten verständlich und lückenloser vorliegen“.

Die nun veröffentliche zweite Stufe der ISiK-Spezifikationen soll praxisnaher und nutzerorientierter sein. „Dafür wurden öffentliche Arbeitsgruppen eingerichtet, und digitale Dokumente und Projekte standen ab dem ersten Tag ihrer Bearbeitung transparent für alle Interessierten einsehbar auf Github und Simplifier zur Verfügung“, erklärt die Gematik.

Daher lag der Fokus auf dem Ausbau

  • des Dokumentenaustausches: Dieses Modul ermöglicht es webbasierten Apps, neu erstellte Dokumente einfach im Dokumentenverwaltungssystem bereitzustellen und schließt darüber hinaus eine technologische Lücke. Weitere Details finden Sie hier.
  • des Medikationsmoduls: Das Modul „Medikation“ stellt in der zweiten Ausbaustufe „strukturierte Kommunikationsmöglichkeiten auf Basis einer RESTful API zum Austausch“ zur Verfügung. Dadurch ermöglicht es, den Medikationsplan sowie Verordnungs- und Verabreichungsdaten auszutauschen. Weitere Informationen stehen auf Simplifier zur Verfügung.
  • des Moduls „Vitalparameter“: „Mit diesen Festlegungen zum strukturierten, REST-basierten Austausch von Vitalwerten im Krankenhaus werden neue, digital unterstützte Anwendungsfälle ermöglicht und die medizinische Versorgung und Forschung im Krankenhaus verbessert.“ Hier erfahren Sie mehr zu dem Modul.
  • der Terminplanung: Dieses Modul beschreibt Schnittstellen, „um eine einheitliche API zu dokumentieren, durch die ein Termin vereinbart und verwaltet werden kann“. Es handelt sich dabei also um Mindestanforderungen für bestätigungsrelevante Systeme. Alle weiteren Informationen zum Modul sowie die technischen Detail finden Sie online.
  • des Modul „Sicherheit“: Mit dem Sicherheitsmodul regelt das ISiK-konforme Abrufen von Informationen an dem FHIR-Endpunkt. Den dazugehörigen Implementierungsleitfaden finden Sie hier. Das Modul ist jedoch nicht verpflichtend.

Um auch das eRezept voranzubringen, hat der Verein „E-Rezept-Enthusiasten“ übrigens ein Förderprogramm ins Leben gerufen:

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