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Kooperation mit ITB und RISE Gematik ernennt Fachdienst und Identity Provider für das eRezept

Redakteur: Ira Zahorsky

Alle Rezepte in Deutschland, etwa 500 Millionen pro Jahr, werden künftig digital über einen zentralen Fachdienst verwaltet, den IBM betreiben wird. Das zweite Los der europaweiten Ausschreibung geht an die RISE GmbH.

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Vertragsunterzeichnung mit IBM (v. l.): Dr. Markus Leyck Dieken (gematik) mit Ronald Fritz und Christian Noll (beide IBM)
Vertragsunterzeichnung mit IBM (v. l.): Dr. Markus Leyck Dieken (gematik) mit Ronald Fritz und Christian Noll (beide IBM)
(Bild: Mandy Kloetzer Photography)

Die gematik hatte für den Fachbetrieb des eRezepts ein europaweites Vergabeverfahren (Nr. 2020/S 101-244296 vom 26.05.2020) als erstes Los ausgeschrieben, das an IBM Deutschland GmbH geht.

Über diesen Service werden künftig alle eRezepte verschlüsselt abgelegt und die Verordnungen in die eRezept-App und in die Apothekensysteme heruntergeladen. Als Betreiber des Fachdienstes kann IBM aber keine Daten auslesen oder einsehen. Der Quellcode der Implementierung des Fachdienstes und seiner Mechanismen zum Betreiberausschluss wird vor Inbetriebnahme veröffentlicht, ebenso ein Sicherheitsgutachten.

Die Ausschreibung der gematik war in zwei Lose aufgeteilt worden, um auszuschließen, dass ein Bewerber den Zuschlag für die komplette Ausschreibung erhält, denn: Der Betreiber des Fachdienst-Servers (Los 1) darf nicht gleichzeitig auch der des Identity Provider (Los 2) sein, damit die Verarbeitung der verschlüsselten Daten und die Authentisierung der Akteure nicht in einem Unternehmen gebündelt werden.

Die Entwicklung der App für das eRezept wurde nicht ausgeschrieben, da sie von der gematik bereitgestellt und selbst entwickelt wird. Dafür hat der Gesetzgeber die Grundlagen mit dem Patientendaten-Schutzgesetz geschaffen.

RISE entwickelt das Zugangssystem

Dr. med. Markus Leyck Dieken (l., gematik) und Dr. Thomas Grechenig (RISE)
Dr. med. Markus Leyck Dieken (l., gematik) und Dr. Thomas Grechenig (RISE)
(Bild: Mandy Kloetzer Photography)

Das zweite Los geht an die österreichische Firma Research Industrial Systems Engineering (RISE) Forschungs-, Entwicklungs- und Großprojektberatung GmbH. Diese wurde mit der Entwicklung und dem Betrieb des Identity Provider (IDP) nach Vorgaben der technischen Spezifikation auf Basis des Standard OpenID Connect beauftragt. Die Entwicklung soll bis Mitte 2021 abgeschlossen sein.

Der Identitätsanbieter – englisch: Identity Provider – ist ein zentrales Zugangssystem, das die Identität der Teilnehmer (Krankenhäuser, Ärzte, Apotheker und Versicherte) authentifiziert und den Zugriff auf die Systeme des eRezepts ermöglicht.

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