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GKV-Spitzenverband Finanzen der gesetzlichen Krankenkassen sind stabil

| Autor: Ira Zahorsky

Die gesetzliche Krankenversicherung hat am gestrigen Mittwoch ihre vorläufigen Finanzergebnisse für das erste Halbjahr 2020 vorgelegt. Demnach ist die Finanzlage trotz der Corona-Pandemie zunächst stabil.

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Im ersten Halbjahr 2020 sind die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung stabil. Doch die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie kommen verzögert.
Im ersten Halbjahr 2020 sind die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung stabil. Doch die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie kommen verzögert.
(© studio v-zwoelf - stock.adobe.com)

Dazu erklärt Doris Pfeiffer, die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands: „Das vorliegende Finanzergebnis für das erste Halbjahr zeigt, dass die gesetzlichen Krankenkassen trotz der Corona-Pandemie insgesamt noch über stabile Finanzen verfügen. Im laufenden Jahr sorgt der Gesundheitsfonds mit garantierten regelmäßigen Zuweisungen für zuverlässige Einnahmen der Krankenkassen, auch sind bei dem größten Ausgabenblock, den Krankenhäusern, die Ausgaben sogar rückläufig, da Corona-bedingt viele Operationen abgesagt wurden.“

Für die gesetzlichen Krankenkassen bedeute das rund 1,3 Milliarden Euro an Einnahmeüberschüssen, für den Gesundheitsfonds hingegen ein Minus von rund 7,2 Milliarden Euro. Per Saldo habe damit die gesetzliche Krankenversicherung im ersten Halbjahr, so die vorläufigen Zahlen, 5,9 Milliarden Euro mehr ausgegeben als eingenommen, so Pfeiffer. Doch sie warnt davor, aus diesen Zahlen eine Prognose für das Gesamtjahr abzuleiten. Denn beispielsweise der extreme Rückgang der Krankenhausausgaben während der Monate des Lockdowns sei ein Sondereffekt, der sich so wohl kaum wiederholen werde.

„Die gesetzliche Krankenversicherung hat gezeigt, dass sie auch unter schwierigsten Rahmenbedingungen durch das Miteinander von Ärzten, Kliniken, Krankenkassen, der Politik und vieler weiterer im Gesundheitswesen Tätigen die medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherstellen kann. Wir können froh sein, dieses von der Selbstverwaltung getragene System in Deutschland zu haben“, macht Pfeiffer Mut. Ihre Prognose: „Wir müssen davon ausgehen, dass die Ausgaben für die medizinische Versorgung auch ohne Corona-Effekte weiter ansteigen werden, während die Einnahmesituation ab dem kommenden Jahr aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehr schwierig wird. Deshalb bedarf es einer großen gemeinsamen Anstrengung aller Akteure im Gesundheitswesen und der Politik, um die finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung auch im kommenden Jahr zu sichern.“

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Über den Autor

 Ira Zahorsky

Ira Zahorsky

Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS