Marburger Bund und KVB fürchten Engpässe bei Schutzausrüstung

„Fertigung von Schutzausrüstung im Inland ausbauen“

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Ähnlich äußerte sich die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB). „Der eklatante Mangel an notwendiger Schutzausrüstung in Bayerns Arztpraxen gefährdet zunehmend die ambulante medizinische Versorgung im Freistaat“, so der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB).

Auf Grund offensichtlich völlig unzureichender Planungen im Bundesgesundheitsministerium sei in Bayern, wie wohl auch in allen anderen Bundesländern, bislang viel zu wenig von dem bestellten Material angekommen.

Weiter erklärte die KVB: „Von der Bayerischen Staatsregierung war am Montag eine Million hochwertiger Schutzmasken für die verschiedenen Versorgungsebenen in Bayern angekündigt worden. Bisher sind diese weder bei der KVB noch bei den Praxen, die dringend darauf warten, angekommen.“

Dazu erklärte der Vorstand der KVB – Dr. Wolfgang Krombholz, Dr. Pedro Schmelz und Dr. Claudia Ritter-Rupp: „Wir werden in Sachen Schutzausrüstung jetzt seit Wochen hingehalten und vertröstet. Allen Versprechungen zum Trotz kommt bei den Praxen in Bayern praktisch nichts an.“

Es sei den Ärztinnen und Ärzten nicht zuzumuten, sich ohne entsprechenden Schutz der Gefahr einer Infektion mit dem Coronavirus auszusetzen. „Die uns bislang vom Bund zugeteilten Materialien wiesen nicht nur Mängel, wie zum Beispiel fehlende Zertifikate, auf. Sie waren zudem in der Menge völlig unzureichend, um alle knapp 18.000 Praxen in Bayern auszustatten. Wenn nicht heute neues Material eintrifft, dann brechen düstere Zeiten für die ambulante Versorgung im Freistaat an“

Der Vorstand der KVB erklärte, er habe schon vor Wochen und wiederholt den prognostizierten Bedarf für Bayerns Praxen gemeldet. Es gehe dabei um Millionen an Schutzmasken vor allem der Typen FFP2 und FFP3, Schutzhandschuhe, Schutzkittel, Schutzbrillen und Desinfektionsmittel. Zudem hatte die KVB bei mehreren Lieferanten im In- und Ausland Bestellungen aufgegeben, die allerdings in der momentanen weltweiten Pandemie-Situation nicht bedient werden können.

Um die Situation zu beheben, braachte der KVB auch die Beschlagnahmung der benötigten Materialen ins Gespräch: „Die Bayerische Staatsregierung verfügt über die Möglichkeit, die zum Schutz der Ärzte und Patienten dringend benötigten Materialien bei Firmen zu beschlagnahmen. Auf Basis solcher Sonderrechte kann sie wie angekündigt die Beschaffung und Verteilung der Schutzausrüstung zentral steuern“.

Zumindest bei den Desinfektionsmitteln dürfte sich die Situation in Bayern in den nächsten Tagen entspannen. Bayerns Ministerprässident Dr. Markus Söder verwies in diesem Zusammenhang auf der gestrigen Pressekonferenz darauf, dass aufgrund einer Vereinbarung der Staatsregierung mit Herstellern schon mit der Verteilung begonnen worden sei.

Bezüglich der Schutzaustrüstung verwies Söder auf erfolgreiche Gespräche mit BMW und Siemens.

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