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eHealth auf Wachstumskurs Europaweiter Umsatz soll bis 2025 auf 232 Milliarden Euro wachsen

| Autor: Manfred Klein

Covid-19 beschert dem weltweiten Markt für digitale Gesundheitsangebote einen Wachstumsschub von fast 50 Prozent und digitale Gesundheitsplattformen werden zum festen Bestandteil des „New Normal“ so die Unternehmensberatung Roland Berger in einer Studie.

Neue Geschäftsmodelle drängen im Gesundheitswesen auf den Markt
Neue Geschäftsmodelle drängen im Gesundheitswesen auf den Markt
(© HNFOTO – stock.adobe.com)

Seien Sie ehrlich. Hätte Ihr Hausarzt ihnen vor Covid-19 einen Videochat oder eine digitale Übermittlung ihrer Gesundheitsdaten vorgeschlagen – Sie hätten vermutlich den Arzt gewechselt. Heute würden Sie es vermutlich begrüßen, nicht in sein Wartezimmer gebeten zu werden und sich nicht einer möglichen Infektion aussetzen zu müssen. Und so wie Ihnen ergeht es vielen Patienten rund um den Globus.

Das hat Folgen auch für die Entwicklung des digitalen Gesundheitsmarktes. Denn dieser nimmt dadurch weiter Fahrt auf. Das zeigt auch die neue Roland Berger-Studie „Future of Health 2 – The rise of healthcare platforms“, für die rund 500 Experten weltweit befragt wurden.

Laut Autoren der Studie habe sich im Vergleich zur letztjährigen Studie das erwartete Wachstum des digitalen Gesundheitsmarktes in Europa bis 2025 auf 232 Milliarden Euro erhöht, ein Plus von fast 50 Prozent. Für Deutschland liegt die Prognose bei 57 Milliarden Euro. Die Experten gehen weiter davon aus, dass die Pandemie den Digitalisierungsprozess der Branche insgesamt um rund zwei Jahre beschleunigt.

„Die Ergebnisse unserer Befragung übertreffen die des letzten Jahres deutlich“, stellt Karsten Neumann, Partner bei Roland Berger und einer der Autoren, fest. „Wir erwarten eine entsprechend hohe Dynamik im Markt, die in den kommenden Jahren auch Fusionen und Übernahmen nach sich ziehen wird.“

Spezialisierte Plattformanbieter mit guten Chancen

Allerdings treffe das durch die Pandemie beschleunigte Wachstum auf einen stark fragmentierten Markt, so die Autoren. Einerseits versuchten sich große Technologieunternehmen mit riesigen Datenmengen zu positionieren. Andererseits brächten kleinere Anbieter Applikationen und spezielle Lösungen für bestimmte Krankheiten, wie zum Beispiel Diabetes, auf den Markt.

Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Digitalisierung zu einem Umbruch im Gesundheitswesen führen wird, wie er sich auch in anderen Branchen andeutet. So waren sich 2019 noch 61 Prozent der Experten sicher, dass die großen Tech-Konzerne bis 2025 ein integraler Bestandteil des Gesundheitssystems sein werden.

Die aktuellen Umfrageergebnisse zeigen jedoch: Lediglich zehn Prozent der Patienten mit Vorerkrankungen würden sich an diese Unternehmen wenden. „Damit steigen die Chancen für Unternehmen und Plattformanbieter aus dem Gesundheitswesen, die als Schnittstelle virtuelle und reale Dienstleistungen kombinieren", sagt Neumann.

An diese neuen Plattformmodelle sollten sich auch ambulante Dienstleistungsanbieter anpassen. Ansonsten laufen sie mittelfristig Gefahr marginalisiert oder aus dem Markt gedrängt zu werden, so die Autoren. So erwarten etwa 64 Prozent der Befragten, veränderte Geschäftsmodelle für ambulante Dienstleistungen. „Es ist wichtig, dass Anbieter jetzt die Weichen für die nächsten Jahre stellen“, rät Karsten Neumann. „Sie müssen sich fragen, welche Plattformen sie bedrohen können, oder wo und in welchem Netzwerk sie selbst ihr Geschäftsmodell ausweiten.“

Plattformen international bereits heute erfolgreich

Zudem drängen – mit entsprechenden Geschäftsmodellen – auch neue Anbieter in den Markt. So verschärfen Start-ups den Wettbewerb in allen beteiligten Industrien – sei es in der Pharmabranche, bei den Versicherern, bei Leistungserbringern oder bei Startups und Technologieunternehmen.

„Es entstehen immer mehr Spezialisten. Das führt zwangsläufig zu einer Vernetzung untereinander, um eine durchgehende User Journey zu gewährleisten“, so Neumann. „Relevante Partnerschaften, in denen alle Teilnehmer profitieren, werden in Zukunft der entscheidende Erfolgsfaktor sein.“

Praktische Beispiele unterstreichen diese Entwicklung heißt es dazu in der Studie. So bringe eine Versicherung in Mexiko bereits heute 22.000 Versorgungsanbieter mit über 250.000 Patienten in einer Plattform zusammen. Ein chinesisches Unternehmen bündele wiederum große Datensätze, Online-Terminvereinbarungen und gesundheitsfördernde Programme auf einer anderen Plattform. Und in Saudi-Arabien sei die Plattformintegration bereits Teil des gesamten Gesundheitssystems. Um Schritt zu halten, müssten europäische Marktteilnehmer ihre Strategien neu definieren.

„Durch den Plattformgedanken sind alle Chancen für die Marktteilnehmer offen, es wird keine 'the winner takes it all'-Situation geben“, so Neumann.

Die vollständige Studie steht hier zum Download bereit.

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