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Philipps-Universität in Marburg Erste Berufung für den Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz in der Medizin

| Autor: Julia Mutzbauer

Prof. Dr. Martin Christian Hirsch wurde Anfang Januar auf die neu eingerichtete Professur „Künstliche Intelligenz in der Medizin“ am Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg sowie des Universitätsklinikums Marburg (UKGM) berufen. Hirsch übernimmt damit die zentrale Rolle bei der weiteren Konzeption und dem Aufbau des „Zentrums für Digitale Medizin“ der Universität Marburg. Zusätzlich will Hirsch gemeinsam mit einem Team aus Wissenschaftlern und Ärzten konkrete Lösungen zu Verbesserung der Krankenversorgung am UKGM entwickeln.

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Prf. Dr. Martin Hirsch
Prf. Dr. Martin Hirsch
(© Philips-Universität Marburg)

Prof. Dr. Martin Hirsch möchte das enorm wachsende medizinische Fachwissen mithilfe von Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) nicht nur erfassen, sondern durch Apps und Systeme zum Wohl der Patientinnen und Patienten nutzbar machen, so die Philips-Universität Marburg. „Künstliche Intelligenz wird die Gesundheitsversorgung grundlegend verändern, indem sie Erkrankte bereits zuhause ohne Zeitdruck und mit viel Hintergrundwissen personalisiert berät, und danach in Praxen und Kliniken Ärzte bei Diagnose und Therapie aktiv unterstützt“, sagt Martin Hirsch.

Dabei gehe es aber nicht nur um technologische Fragen, sondern auch in hohem Maße um Ethik und Vertrauenswürdigkeit, Verant­wortungs- und Zulassungsfragen sowie um das Bild des Arztes in der Gesellschaft und die Ausbildung zukünftiger Ärzte. „Die Debatte um KI in der Medizin darf nicht nur eine technologische sein, sondern muss alle Facetten ärztlichen Handelns einschließen“, erläutert Hirsch. Das gehe nur gemeinsam mit Fachleuten unterschiedlichster Disziplinen. „Eine Hochschule wie die Philipps-Universität Marburg, die ich schon als Student schätzen gelernt habe, ist ein hervorragender Ort, um diesen notwendigen breiten Diskurs aktiv mit zu gestalten“, ergänzt Hirsch.

Universitätspräsidentin Prof. Dr. Katharina Krause betont: „Die neue Professur für Künstliche Intelligenz in der Medizin ist für die Philipps-Universität ein wichtiger Baustein im Zusammenwirken von technischer Innovation und gesellschaftlicher Verantwortung“. Krause weiter: „Mit dem Aufbau des Zentrums für Digitale Medizin beweist die Universität Marburg, dass sie auch in diesem Bereich der Digitalisierung bereit ist, eine verantwortungsvolle Vorreiterrolle einzunehmen“.

Prof. Dr. Helmut Schäfer, Dekan des Fachbereichs Medizin der Philipps-Universität Marburg erklärt: „Die Methoden der Künstlichen Intelligenz in der Medizin werden, wissenschaftlich evaluiert und in der Hand von geschulten Ärztinnen und Ärzten und informierten Patientinnen und Patienten, zu einer noch besseren Medizin führen. Mit Martin Hirsch haben wir einen der internationalen Medizin-KI-Pioniere nach Marburg geholt. Gemeinsam wollen wir zum Aufbau einer Modellregion für KI-gestützte Gesundheit beitragen, bei der die Bürgerinnen und Bürger im Zentrum stehen“.

Prof. Dr. Harald Renz, Ärztlicher Geschäftsführer am Universitätsklinikum Marburg: „Die digitale Medizin wird dafür sorgen, dass breite Bevölkerungskreise, insbesondere in regional abgelegenen ländlichen Gebieten, den Zugang zur Spitzenmedizin bekommen. Damit ist die digitale Medizin unmittelbar eingebettet in unsere Netzwerkkooperation, in der wir trägerübergreifend in unserem größeren Einzugsgebiet kooperieren.“

Über Martin Hirsch

Prof. Dr. Martin Hirsch studierte Humanbiologie an der Philipps-Universität Marburg und promovierte in Neurowissenschaften. Anschließend gründete er verschiedene Unternehmen und setzte seine Forschungsarbeiten als unabhängiger Forscher fort. Sein spezielles Interesse gilt dabei der kognitiven Neurowissenschaft, der Wissensrepräsentation durch semantische Modelle sowie Technologien zur Unterstützung menschlicher Entscheidungsfindung. Prof. Dr. Martin Hirsch istGründer von Ada Health, einem 2010 gegründeten Gesundheits- und Technologieunternehmen, und ist dort weiterhin in beratender Funktion tätig.

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