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Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) eHealth-Allianz fordert Zugang für private Forschung

| Autor: Julia Mutzbauer

Für die Entwicklung von digitalen Gesundheits-Lösungen spielen Patientendaten eine entscheidende Rolle. Deshalb fordern die acht Verbände der eHealth-Allianz, dass im Patientendaten-Schutz-Gesetzes (PDSG) ein geregelter Zugang für die private Forschung geschaffen wird.

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Bei der Bekämpfung von Krankheiten, wie Diabetes, Herzinsuffizienz, Krebs oder seltene Erkrankungen, können datenbasierte Anwendungen helfen neue Behandlungen patientenorientierter zu entwickeln
Bei der Bekämpfung von Krankheiten, wie Diabetes, Herzinsuffizienz, Krebs oder seltene Erkrankungen, können datenbasierte Anwendungen helfen neue Behandlungen patientenorientierter zu entwickeln
(© ipopba - stock.adobe.com)

In einem gemeinsamen Papier befürworten die acht Verbände der eHealth-Allianz zwar die im Entwurf des PDSGs vorgesehene Möglichkeit einer freiwilligen Datenfreigabe für Forschungszwecke, jedoch kritisieren sie die bisher noch sehr eng gefasste Beschränkung auf die öffentliche Forschung. Diese würden die zu erwartenden Mehrwerte für Patientinnen und Patienten erheblich mindern.

Aus diesem Grund fordern die Verbände gemeinsam, dass ein geregelter Zugang für die private Forschung geschaffen wird. Dies würde auch im Einklang mit den Empfehlungen der Datenethikkommission stehen, die eine Verbesserung des kontrollierten Zugangs zu personenbezogenen Daten fordert.

Im Positionspapier heißt es dazu: „Um die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Gesundheitsversorgung in Deutschland umfassend zu nutzen, braucht es einheitliche Regeln für den transparenten Zugang zu Versorgungs- und Forschungsdaten. Das gilt nicht nur für forschende Institute, sondern auch für die forschende Gesundheitswirtschaft.“

Weiter heißt es: „Die forschende Industrie ist ein Wachstumstreiber am Innovationsstandort Deutschland. Rund 75 Prozent der Forschungsvorhaben werden entweder durch die Industrie getragen oder finanziert.“

Der Zugang und die Nutzung von Patientendaten ermögliche eine effizientere, sicherere und patientenorientiertere Versorgung. Ob in der Entwicklung von KI-Anwendung, der digitalen Diagnostik, wirksameren Krebsmedikamenten oder vernetzen Implantaten, der Einsatz von Forschungsdaten sei vielfältig.

Dazu nennt die eHealth-Allianz folgende Beispiele:

  • KI basierte Krebsfrüherkennung mithilfe von Gesundheitsdaten
  • Individuelle Prognose und Behandlungen von Begleiterkrankungen durch Prädiktorenmodelle
  • Medikamente virtuell in klinischen Studien testen
  • Versorgungsforschung: Die Gesundheit der Menschen verbessern
  • Mutationsdatenbanken: Zusammenhänge früher erkennen und personalisierte Therapien ermöglichen,
  • Gesundheitsdaten für smarte und sichere Medizintechnik.

Über die Verbände-Allianz „eHealth Zielbild“

Im Januar 2018 haben sich acht Verbände (Bio Deutschland, Bitkom, bvitg, BVMed, Spectaris, VDGH, vfa, ZVEI) aus vier Branchen der industriellen Gesundheitswirtschaft zur Allianz „eHealth Zielbild“ zusammengeschlossen. Gemeinsam setzen sie sich für die Entwicklung eines nationalen eHealth-Zielbilds und einer daraus abgeleiteten eHealth-Strategie für Deutschland ein. Im Juni 2018 haben sie in einem gemeinsamen Positionspapier eine „Dialogplattform eHealth-Zielbild für Deutschland“ vorgeschlagen. Ziel ist eine stärkere Vernetzung von Politikfeldern und Branchen unter zentraler politischer Moderation. Denn das ist die Basis für eine konsequente Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen.

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Über den Autor

 Julia Mutzbauer

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Redaktion, eGovernment Computing