Covid-19-Impfung Digitaler Impfnachweis startet im Landkreis Altötting

Autor / Redakteur: Andreas Huber / Ira Zahorsky

Der Landkreis Altötting bietet ab sofort denjenigen, die beide Impfungen gegen das Coronavirus erhalten haben, die Möglichkeit einer digitalen Zertifizierung. Der digitale Impfnachweis ist eine datenschutzkonforme, digitale Abbildung des Impfstatus.

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Ausstellung des ersten digitalen Corona-Impfzertifikats im Landratsamt Altötting: Altöttings Landrat Erwin Schneider (2. v. l.) mit dem AKDB-Vorstandsvorsitzenden Rudolf Schleyer (l.)
Ausstellung des ersten digitalen Corona-Impfzertifikats im Landratsamt Altötting: Altöttings Landrat Erwin Schneider (2. v. l.) mit dem AKDB-Vorstandsvorsitzenden Rudolf Schleyer (l.)
(Bild: Landratsamt Altötting)

In Deutschland dient als Nachweis für den Impfstatus das gelbe Impfbuch, das auch international anerkannt ist. Im Einzelfall funktioniert die Überprüfung des Impfstatus damit reibungslos. In einer Pandemie wird das Format jedoch an seine Grenzen stoßen: Beim Check-in am Flughafen oder am Stadioneingang würde eine Überprüfung des Impfbuches enorme Zeit in Anspruch nehmen. Außerdem müssten Geimpfte ein zusätzliches Dokument mit sich führen.

Im Zeitalter der Digitalisierung liegt eine virtuelle Lösung auf der Hand, mit deren Hilfe eine sichere, digitale Abbildung des Impfstatus möglich wird. Mit innovativer Kryptografie und Blockchain-Technologie erleichtert ein neues digitales Impfzertifikat die Verwaltung des Impfstatus erheblich – sowohl für die geimpfte Person als auch im Falle einer Überprüfung durch Behörden oder andere Institutionen.

In Altötting ist dieser digitale Impfnachweis bereits im Einsatz. Nicht nur im herkömmlichen gelben Impfpass, sondern auch digital – in Form einer mit den erforderlichen Informationen bedruckten Scheck-Karte. Jeder Geimpfte kann seinen Impfnachweis, falls gewünscht, auf dem Handy speichern.

Diese Technologie stammt von der Kölner Firma Ubirch, die das digitale Zertifikat zusammen mit govdigital anbietet. Die govdigital eG, an der auch die AKDB (Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern) maßgeblich beteiligt ist, ist eine Genossenschaft von 15 IT-Dienstleistern der Länder und Kommunen sowie der Bundesdruckerei. Sie bietet mit ihrer Blockchain-Infrastruktur eine sichere und datenschutzfreundliche Speicherung auf deutschen Servern.

Altöttings Landrat suchte eine digitale Lösung

Voraussetzung für das digitale Zertifikat ist eine bestätigte Zweitimpfung, die in den nächsten Tagen und Wochen anlaufen wird. Ein Impfnachweis, gleich in welcher Form, wird also schon aufgrund der notwendigen Zweitimpfung immer wichtiger. Im Landkreis Altötting hatte Landrat Erwin Schneider bereits frühzeitig nach einer zeitgemäßen Lösung für seine Bürgerinnen und Bürger gesucht. Dass diese auch digital sein musste, lag für ihn auf der Hand. Als Mitglied des Verwaltungsrates war es für Schneider naheliegend, in dieser Sache auf die AKDB zuzugehen, die langjährige Erfahrung bei derartigen Projekten besitzt.

Wie funktioniert der digitale Impfnachweis?

Die erforderlichen personenbezogenen Daten und Impf-Informationen für den digitalen Impfnachweis werden vor Ort im Impfzentrum Altötting über ein Web-Formular aufgenommen. Aus den erfassten Daten wird ein anonymer Fingerabdruck generiert, kryptografisch signiert und von Ubirch als Nachweis in einer Blockchain der govdigital-Genossenschaft sowie vier weiteren Blockchains verankert. Die Daten selbst werden nicht übertragen. Damit ist die Lösung DSGVO-konform und entspricht höchsten Datenschutzanforderungen.

Die geimpfte Person erhält den Nachweis zur Impfung als schriftliches Dokument sowie codiert und digital lesbar in Form eines QR-Codes. In Altötting wird dafür eine mit den erforderlichen Informationen bedruckte Scheck-Karte genutzt. Der QR-Code befindet sich auf der Rückseite. Es kommen dafür auch andere Ausgabeformate infrage wie ein gedrucktes und/oder elektronisches PDF per eMail, ein Wallet-Pass, wie man ihn vom Reisen kennt, eine App oder ein Aufkleber für das gelbe Impfbuch. Entscheidend ist, dass nur die geimpfte Person über diesen QR-Code verfügt und nur sie entscheidet, wem sie ihn später zur Verifikation vorzeigt. Es gibt keinen zentralen Speicherort.

Die Dokumentation im Impfbuch soll durch den Digitalen Impfnachweis nicht ersetzt, sondern digital ergänzt werden. Auch eine Einbettung etwa in die Corona-Warn-App wäre möglich. Bei Bedarf kann durch den Digitalen Impfnachweis jederzeit gegenüber Dritten nachgewiesen werden, dass der Impfstatus unverfälscht ist. Dazu wird lediglich der QR-Code mit einer herkömmlichen Smartphone-Kamera gescannt. Die Verifikation kann demnach ohne weitere technische Voraussetzungen durchgeführt werden. Nach dem Scannen des QR-Codes öffnet sich eine Verifikationswebsite der govdigital. Dabei werden keine personenbezogenen oder Impfdaten an einen Server übertragen, denn die zur Verifikation erforderlichen Rechenoperationen werden innerhalb des Browsers durchgeführt.

Das System ist bereits erprobt durch das digitale Corona-Testzertifikat, das zum Nachweis von negativen PCR-Testergebnissen an den Flughäfen Frankfurt, Berlin, Hamburg und Düsseldorf im Einsatz ist.

Wie geht es weiter?

Es ist absehbar, dass zukünftig viele Staaten und Institutionen einen Impfnachweis oder den Nachweis über ein negatives Corona-Testergebnis verlangen werden. Sollten sich in dem Zusammenhang Erleichterungen der Corona-Einschränkungen für Geimpfte ergeben, was noch diskutiert wird, wäre ein fälschungssicherer Impfnachweis die Voraussetzung dafür. Und auch in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens könnte dies die Rückkehr in eine Normalität beschleunigen.

Die Kosten für die Lösung hängt von der Einwohnerzahl des jeweiligen Landkreises ab. Kommunen, die Interesse an der Lösung haben, können sich für einen ersten Kontakt an die Firma Ubirch wenden.

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