Pilotprojekt von Deutschland und Holland Digitaler, grenzüberschreitender Austausch von Patientendaten

Redakteur: Ira Zahorsky

Digitale Gesundheit soll helfen, nationale Grenzen bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten abzubauen. Deutschland und die Niederlande wollen in der Grenzregion die für die Versorgung notwendigen Patientendaten digital austauschen.

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Künftig soll es einen digitalen Austausch von Patientendaten in der Grenzregion Niederlande-Deutschland geben.
Künftig soll es einen digitalen Austausch von Patientendaten in der Grenzregion Niederlande-Deutschland geben.
(© Zerbor - stock.adobe.com)

Das Bundesgesundheitsministerium und das Niederländische Ministerium für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport sowie die Agenturen für digitale Gesundheit beider Länder haben bei der europäischen gematik-Konferenz „Digital Health in the 21st Century – Challenges Facing eHealth Competence Centers in Europe“ im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft eine entsprechende gemeinsame Erklärung abgegeben, ein konkretes Versorgungsprojekt in der Grenzregion beider Länder umzusetzen.

„Diese Partnerschaft steht für mehr Patientensicherheit in der EU durch den grenzüberschreitenden Austausch von benötigten medizinischen Daten. Wir freuen uns über diesen Schulterschluss und die Möglichkeit, gemeinsam mit unseren niederländischen Partnern ein Pilotprojekt mit direktem Mehrwert vor Ort für Menschen in einer medizinischen Notsituation mit unserer Expertise unterstützen zu können“, so Stefan Höcherl, Leiter der Abteilung Strategie & Europa der gematik.

Vollständige Daten für bessere Versorgung

Deutsche und niederländische Ärzte und Pflegekräfte arbeiten in der Grenzregion zusammen daran, Patienten unabhängig von ihrer Nationalität optimal zu versorgen. Hierfür ist es wichtig, dass die Ärzte im Notfall bei der Versorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten Zugang zu gesundheitsbezogenen Patientendaten wie Medikamentenplänen und bestehenden chronischen Krankheiten oder Vorerkrankungen erhalten. Dadurch bekommen sie ein möglichst vollständiges Bild der Patientinnen und Patienten für eine bessere und sicherere Behandlung. Bisher sind diese Informationen entweder nicht verfügbar oder unvollständig. Koordiniert von gematik und Nictiz, den beiden nationalen Kompetenzzentren für digitale Medizin, soll in dieser Grenzregion gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten und medizinischen Einrichtungen der grenzüberschreitende digitale Austausch von Patientendaten erprobt werden.

Warum ist die Kooperation zwischen Nictiz und gematik wichtig?

Als nationale Kompetenzzentren für digitale Medizin haben Nictiz und die gematik umfassende Kenntnisse und Zuständigkeiten in den Bereichen Interoperabilität, Standardisierung und Koordination auf nationaler und europäischem Ebene. gematik und Nictiz nutzen hier nun gemeinsam ihre Expertise, um eine grenzenlose medizinische Versorgung zu realisieren und die medizinischen Einrichtungen vor Ort bei der Umsetzung zu integrieren.
Das Projekt baut auf wichtige Vorarbeiten auf EU-Ebene zur Vernetzung nationaler Infrastrukturen auf und soll auch für den Aufbau der nationalen eHealth-Kontaktstelle Erkenntnisse liefern. Das Projekt soll konkrete versorgungsorientierte Erkenntnisse liefern, die auch für andere Grenzregionen in der EU wichtig sein sowie auf EU-Ebene in die Infrastrukturarbeiten eingespeist werden können.

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