Bitkom-Leitfaden Digitale Unterstützung für das Wohnen im Alter

Von Ira Zahorsky

Smart-Home-Lösungen können Senioren dabei unterstützen, möglichst lange selbstbestimmt im eigenen Zuhause zu leben. Ein Leitfaden des Bitkom gibt einen Überblick über aktuelle digitale Lösungen sowie Praxisbeispiele für das smarte Wohnen im Alter.

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Smart-Home-Lösungen können Senioren beim Leben in den eigenen vier Wänden unterstützen.
Smart-Home-Lösungen können Senioren beim Leben in den eigenen vier Wänden unterstützen.
(© Mediteraneo - stock.adobe.com)

Gerade im Alter ist eine vertraute Umgebung wichtig. Was aber, wenn die Hilfsbedürftigkeit zunimmt? Welche Möglichkeiten gibt es für Senioren, deren Familie und Pflegekräfte, das Wohnen in den eigenen vier Wänden weiterhin zu ermöglichen?

Im Leitfaden „Digitale Lösungen für das Wohnen im Alter“ des Bitkom geht es zunächst darum, die Ausgangssituation und den Bedarf der betroffenen Person zu evaluieren.

  • Kann eine Person in Not Hilfe erhalten?
  • Wie wird eine Notsituation, in der die Person möglicherweise nicht mehr alleine um Hilfe bitten kann, festgestellt?
  • Wie können Gefahren in der eigenen Wohnung reduziert werden, ohne dass die Selbstbestimmtheit und Privatsphäre der Person eingeschränkt werden?

„Die Digitalisierung kann Seniorinnen und Senioren wertvolle Dienste leisten und in einer älter werdenden Gesellschaft auch der Schlüssel für ein langes Leben in den eigenen vier Wänden sein“, sagt Dr. Ariane Schenk, Bereichsleiterin Health & Pharma beim Bitkom. „Das Thema ist dabei für alle von Bedeutung: Für Familien und Gesundheitswirtschaft, aber auch für die private und kommunale Wohnungswirtschaft. Dabei sollen und können digitale Technologien Pflegepersonal oder die Zuwendung durch Angehörige nicht ersetzen – aber sie doch sinnvoll unterstützen, um die Qualität in der Pflege langfristig zu verbessern.“

Nutzerfreundliche Lösungen erwünscht

Schon 2018 wollten sich 35 Prozent der 1.004 vom Bitkom befragten Personen „auf jeden Fall“ und 27 Prozent „eher“ durch intelligente technische Anwendungen zu Hause überwachen und sich dadurch helfen lassen, als „eher“ (23 %) oder „auf jeden Fall“ (11 %) in ein Alten- oder Pflegeheim zu gehen. Diese Zahlen dürften sich wegen der durch die Corona-Pandemie verstärkten Isolation zugunsten der digitalen Unterstützung verschoben haben.

Ein Großteil der 2021 Befragten (80 % der 65- bis 74-Jährigen; 75 % der über 75-Jährigen) steht der Digitalisierung grundsätzlich positiv gegenüber. Die Senioren wünschen sich jedoch leichter verständliche Bedienungsanleitungen, persönliche Hilfsangebote wie Begleitpersonen, mehr Nutzerfreundlichkeit wie einfachere Bedienoberflächen, Schulungen zum Umgang mit digitalen Technologien, Erprobungsräume zum Kennenlernen digitaler Technologien sowie den Austausch mit anderen Betroffenen.

Smart Home für Senioren

Der Einsatz von Smart-Home-Geräten nimmt stetig zu. Reinigungsroboter, intelligente Beleuchtungssysteme oder digitale Sprachassistenten können auch Senioren das Leben erleichtern. Zudem gibt es inzwischen Lösungen speziell für ältere Menschen: Sensorgestützte Orientierungsbeleuchtung zur Verhinderung von Stürzen, Wasser- und Herdsensoren, warnende Lichtsignale für Schwerhörige sowie ein Schalter, der beim Verlassen der Wohnung betätigt werden kann, um alle Elektrogeräte auszuschalten.

Für den Notfall, beispielsweise bei einem Sturz, können spezielle Bewegungsmelder, sensorbestückte Bodenbeläge, 3D-Kameras oder Smartwatches eine Hilfe sein. Systeme mit Künstlicher Intelligenz können erkennen, wenn der Bewohner Alltagsgewohnheiten ändert und Angehörige oder den Pflegedienst informieren.

Praxisbeispiele

In seinem Leitfaden führt der Bitkom acht Praxisbeispiele auf, wie das digitale Wohnen im Alter gestaltet werden kann:

  • Smartes Wohnen im „Haus der Zukunft“
  • Leben – Pflege – Digital: Kompetenzzentrum Pflege 4.0
  • KI-basierte Sturzprävention
  • Netzwerklösung für Pflegeeinrichtungen
  • Integrierte Gesamtlösung für das eigene Zuhause
  • IoT-Plattform für altersgerechtes Wohnen
  • Smart Home-Steuerung mit NFC-Befehlskarten
  • Das Wohlbefinden von Seniorinnen und Senioren durch eine KI-Lösung erhalten

Neben einer Kurzbeschreibung des Problems, gibt es eine Angabe, an wen sich die Lösung richtet und was daran neu ist.

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