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Corona-Fallzahlenmanagement Digitale Lösung für die Verwaltung von COVID-19-Infektionsketten

Autor / Redakteur: Kai Uwe Ernst / Manfred Klein

In Deutschland müssen Gesundheitsbehörden täglich neue COVID-19-Infizierte registrieren, telefonisch deren Symptome abfragen und ihre Kontaktpersonen ermitteln. Diese Tätigkeiten sind zeitintensiv, mit einem erheblichen personellen Aufwand verbunden und fanden bislang weitestgehend manuell statt. Gerade bei steigenden Fallzahlen ist ein digitalisierter Prozess nötig, um der Überlastung der Gesundheitsbehörden bei der Unterbrechung von Infektionsketten vorzubeugen.

Digitalisierte Prozesse erleichtern die tägliche Arbeit der Mitarbeiter in den Gesundheitsbehörden – Bayern setzt die Lösung bereits ein
Digitalisierte Prozesse erleichtern die tägliche Arbeit der Mitarbeiter in den Gesundheitsbehörden – Bayern setzt die Lösung bereits ein
(© simon kolton – stock.adobe.com)

Bei der Eindämmung der COVID-19-Pandemie spielen die Gesundheitsbehörden eine zentrale Rolle. Der Freistaat Bayern stellt den bayerischen Gesundheitsämtern eine von Cluster Reply entwickelte Lösung zur Verwaltung von COVID-19-Fällen zur Verfügung. Das System für Infektionskettenmanagement erfasst Coronafälle durch digitalisierte Formulare und entlastet so Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden durch die digitale Verwaltung von Infektionsfällen und deren Kontaktpersonen.

Der Autor, Kai Uwe Ernst, ist Partner bei Cluster Reply
Der Autor, Kai Uwe Ernst, ist Partner bei Cluster Reply
(Bild: Cluster Reply)

Auch neue Mitarbeiter ohne fachlichen Hintergrund in Gesundheitsbehörden können die bestehenden Teams im Gesundheitsamt über eine vereinfachte, maßgeschneiderte Benutzeroberfläche für die Kontaktverfolgungsteams unterstützen. Mit dieser Lösung überwachen die Gesundheitsbehörden in Bayern die Situation in Echtzeit, analysieren die Dynamik der Ausbreitung von Infektionen und können umgehend handeln, um die Pandemie einzudämmen.

Die Lösung zur Entlastung der Gesundheitsämter im Überblick:

  • Digitales Management von Indexpersonen (erstmalig Infizierte) und Kontaktpersonen
  • Unterstützung bei der Kontaktermittlung, Kontaktnachverfolgung und Quarantäne-/Isolationsüberwachung über eine Tagebuchliste
  • Auswertungen und Dashboards mit Echtzeit-Daten
  • Self-Service für betroffene Personen, um ihr eigenes Quarantäneprotokoll (Symptom-Tagebuch) zu erfassen.

Digitales Management von Fällen, Isolierungsprotokolle und Auswertungen

Die Web-Anwendung liefert eine detaillierte Übersicht zu Corona-Falldaten und hilft betroffene Index- und Kontaktpersonen zu managen. Der Prozess beginnt mit einer Erstaufnahme, bei der die Symptome erfasst und weitere Risikofaktoren berücksichtigt werden. Eine „Aufgabenliste“ für Coronafälle beinhaltet die Ermittlung von Kontaktpersonen und die Aufnahme des Isolierungs-/Quarantänezeitraums. In diesem Zeitraum werden Symptome von Bürgern täglich telefonisch abgefragt.

Optional wird den Bürgern ein Zugang zum Self-Service-Portal angeboten, in dem sie eigenständig, digital und datenschutzkonform Symptome erfassen können. Dabei wird sichergestellt, dass die Rückmeldung der Symptome der Bürger nachgehalten wird. Um die Infektion genauer zu beschreiben, können COVID-19-Testergebnisse angelegt und mit Laborbefunden erweitert werden. Die digitale Lösung stellt in einem Dashboard die Historie der durchgeführten COVID-19-Tests dar und bietet weitere Filtermöglichkeiten.

Eine Besonderheit der Lösung ist das digitale Management der Isolierungs-/Quarantäneprotokolle: Über verschiedene Ansichten können Infektionsketten nachvollzogen und mit dem gleichzeitigen Erfassen der Symptome präzise Maßnahmen abgeleitet und ergriffen werden. Kontakt- und Indexpersonen können verknüpft werden, um bestehende Infektionsketten zu überprüfen und die weitere Ausbreitung zu verhindern. Hierfür können Fallakten themenbezogen und überregional gebündelt werden. Es ist zudem möglich, die erfassten Informationen mit anderen bayerischen Gesundheitsbehörden, die das System nutzen, zu teilen, um eine datenschutzkonforme Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Hochsichere Verschlüsselung

Das System für Infektionskettenmanagement erfüllt höchste Sicherheitsvorschriften. Die Daten sind mit einem eigens vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege generierten Schlüssel abgesichert. Zur Absicherung der Schnittstellen kommt eine hochsichere SSL-Verschlüsselung zum Einsatz. Die Daten werden beim Transport mit TLS verschlüsselt. Die Sicherheit wird zudem durch Microsoft Azure Active Directory Premium 2 mit Multi-Faktor- und Netzwerk-Authentifizierung, Identity Protection, Zugriffsüberprüfung und Berechtigungsverwaltung gewährleistet.

Konkrete Unterstützung beim Nachverfolgen der Infektionsketten

Es ist möglich, das Infektionskettenmanagement individuell an die Bedürfnisse des jeweiligen Bundeslandes oder auf kommunaler Ebene anzupassen. Die digitalisierten Prozesse des Systems stellen eine Zeitersparnis für die Gesundheitsämter dar, unterstützen bei einer lückenlosen Nachverfolgung im Kampf gegen die Weiterverbreitung des Virus.

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