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Nationales Digital Health Symposium 2020 Die Krise als Chance

Autor: Julia Mutzbauer

Die Covid–Epidemie stellt für die Gesundheitsbranche einen enormen Stresstest dar. Deshalb rücken die beiden Veranstalter GVG (Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung) und TMF (Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung) am 16. Dezember den durch die Krise beschleunigten digitalen Strukturwandel im Gesundheitswesen in den Mittelpunkt des Nationalen Digital Health Symposiums 2020 (NDHS). Vor dem Hintergrund der deutschen EU-Ratspräsidentschaft liegt zudem ein besonderes Augenmerk auf der europäischen Ebene.

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Beim Nationlen Digital Health Symposium 2020 steht der digitale Strukturwandel im Gesundheitswesen im Mittelpunkt
Beim Nationlen Digital Health Symposium 2020 steht der digitale Strukturwandel im Gesundheitswesen im Mittelpunkt
(© wladimir1804 – stock.adobe.com)

Das Nationale Digital Health Symposium versteht sich als Vernetzungs- und Austauschforum von Leistungserbringen, Kostenträgern und medizinischer Forschung, das die Sichtweise von Herstellern und Patientinnen und Patienten mit einbezieht. Ziel ist es, den digitalen Kulturwandel zu beschleunigen. Es geht darum, Herausforderungen realistisch ins Auge zu fassen, konstruktiv anzugehen und das Gesundheitssystem der Zukunft gemeinsam zu gestalten.

Als „eindeutige Konsequenz der Corona-Krise“ macht GVG-Geschäftsführer Dr. Sven-Frederik Balders den gesteigerten Willen aller Akteure des Sozialsystems aus, Veränderungen mitzugehen: „Gewisse Versorgungsstrukturen werden nicht mehr adäquat aufrechtzuerhalten sein, wenn wir digitale Elemente nicht stärker in die Versorgung einbringen.“

Sebastian C. Semler, Geschäftsführer der TMF, sieht das NDHS 2020 als wichtigen Markstein auf dem Weg, Digitalisierung im Gesundheitssystem weiter voranzutreiben: „Ich wünsche mir, dass wir mit der elektronischen Patientenakte konsequent weitermachen und in einer nachhaltigen Forschungsdateninfrastruktur intelligent vernetzen.“ Als Beispiele dafür nennt er die Medizininformatik-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), die medizinische Registerlandschaft sowie die gemeinsame Genomplattform für Forschung und Versorgung.

In vier Themenblöcken geht das Symposium unter anderem der Frage nach, welchen Beitrag nachhaltige Dateninfrastrukturen und digitale Versorgungsformen zur Bewältigung künftiger Herausforderungen leisten können:

  • Themenblock 1: Auf dem Weg zum Europäischen Gesundheitsdatenraum: Pandemien im vernetzten Austausch begegnen, unter anderem mit Dr. Markus Leyck Dieken, gematik; Ioana-Maria Gligor, Europäische Kommission; Dr. Peter Geibel, DKG; Prof. Dr. Barbara Prainsack, Universität Wien
  • Themenblock 2: COVID-19 als Beschleuniger des Austauschs digitaler Gesundheitsdaten?, unter anderem mit Prof. Dr. Hannah Bast, Uni Freiburg, Prof. Dr. Roland Eils, Berlin Institute of Health; Dr. Andreas Gassen, KBV; Martin Litsch, Bundesvorsitzender der AOK
  • Themenblock 3: Datenschutz und Patientenemanzipation eines digitalisierten Gesundheitssystems, unter anderem mit Jan Kuhlmann, Patientenrechte und Datenschutz e. V.; Michaela Mayrhofer, BBMRI-ERIC; Dr. Thilo Weichert, Netzwerk Datenschutzexpertise
  • Themenblock 4: Europäische Perspektive: Lessons learned aus COVID-19, unter anderem mit Annemieke Ålenius – eHälsomyndigheten (Schweden); Esti Shelly, Ministerium für Gesundheit des Staates Israel

Die Anmeldung für die Veranstaltung ist ab sofort unter www.digital-health-symposium.de möglich. Dort steht auch das vollständige Programm online zur Verfügung. Die Teilnahme ist kostenlos.

Am Mittwoch den 16. Dezember 2020 werden von 9-18 Uhr 15 die Keynotes und Gesprächsrunden aus dem Haus der Bundespressekonferenz in Berlin live übertragen. Die aktive Teilnahme an den Diskussionsrunden ist mittels digitaler Tools möglich.

Kooperationspartner des NDHS ist erstmalig die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). „Digitalisierung muss nützlich sein, für Patientinnen und Patienten genauso wie für die Ärztinnen und Ärzte. Die COVID-19-Pandemie hat digitale Entwicklungen beschleunigt und sie einem Nutzentest unterworfen“, erklärt Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

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Über den Autor

 Julia Mutzbauer

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Redaktion, eGovernment Computing