Telemedizin DGTelemed fordert digital gestützte Versorgung

Von Chiara Maurer

Die Corona-Pandemie hat einmal mehr den Bedarf an Präsenz-Alternativen in der medizinischen Versorgung aufgezeigt. Steigern doch digitale Lösungen die Behandlungsqualität jedes Patienten – trotz immer geringer werdender Personalressourcen.

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Durch Expertisen und die sektorübergreifende Zusammenarbeit von Akteuren soll die Behandlungsqualität von Patienten gesteigert werden
Durch Expertisen und die sektorübergreifende Zusammenarbeit von Akteuren soll die Behandlungsqualität von Patienten gesteigert werden
(© Blue Planet Studio - stock.adobe.com)

Personelle und ökonomische Ressourcen im Gesundheitswesen werden immer knapper. Nun reagiert die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e.V. (DGTelemed) mit einem Positionspapier auf dieses Problem. Das Dokument formuliert unter dem Motto „Vernetzt (be-)handeln, intersektional vergüten“ Erwartungen und Lösungsansätze an die neue Bundesregierung, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen zu unterstützen. Unter anderem fordern die Autoren digitale Lösungen zur fachübergreifenden Behandlung von Patienten.

Fehlende Alternativen zur Präsenzmedizin

Fachmediziner und Vorstandsvorsitzender der DGTelemed Professor Dr. Gernot Marx kritisiert das Fehlen eines klar organisierten und gesteuerten Zusammenspiels von medizinischen Behandlungen und deren digitaler Unterstützung, da es erst diese ermögliche, Daten, Kompetenzen und Expertise orts- und zeitunabhängig verfügbar und nutzbar zu machen. Die Dringlichkeit des Themas habe sich während der Pandemie gezeigt.

Wir benötigen mehr Alternativen zur ausschließlichen Präsenzmedizin

Professor Dr. Gernot Marx

Zusätzlich sieht die DGTelemed die Notwendigkeit, spitzenmedizinische Expertise mit in den Versorgungsprozess einzubinden, um so eine optimierte ortsunabhängige Behandlung von Patienten zu erreichen. Dies könne durch Telekonsile oder Telemonitoring geschehen, welche allerdings ein telemedizinisches Versorgungsnetzwerk voraussetzen, um den Austausch von Informationen zu erleichtern.

Fehlende Voraussetzungen

Regionale Versorgungsnetzwerke mit eingebundenen telemedizinischen Zentren könnten, wenn sie mit interoperablen Systemen ausgestattet sind, eine digital unterstützte Behandlung ermöglichen. Zur Umsetzung fehlt jedoch noch eine übergeordnete Digitalstrategie, um eine zuverlässige und interdisziplinäre Telemedizin zu gewährleisten.

In diesem Zusammenhang erklärt die DGTelemed, dass die erforderlichen Veränderungen in den Versorgungsstrukturen nicht nur entwickelt, sondern auch erprobt werden müssten, um sie dann – zunächst schrittweise – in die Praxis einzuführen. Dabei sei darauf zu achten, dass zukunftsfähige Versorgungsstrukturen in der Lage sein müssen, „interdisziplinäre Zusammenarbeit und digitale Lösungen abzubilden und die professionsübergreifende medizinische Behandlung zum Standard werden zu lassen“, so die DGTelemed.

Digital vernetzte Gesundheitsversorgung funktioniert

Dass Telemedizin tatsächlich eine statistisch signifikante Verbesserung der medizinischen Prozess- und Ergebnisqualität bewirken kann, zeigt eine Studie zum Innovationsfondsprojekt TELnet@NRW. Das Projekt, an dem Marx ebenfalls mitwirkt, befasst sich seit 2017 mit dem Aufbau eines sektorenübergreifenden telemedizinischen Netzwerks in der Intensivmedizin und Infektiologie und bedient vorerst nur die Modellregion Aachen und Münsterland.

Telekonsile verbessern die Behandlungsqualität sehr deutlich

Professor Dr. Gernot Marx

Die größte Telemedizinstudie Europas zeigt, dass es funktionierende Alternativen zur Präsenzmedizin gibt und dass durch Telekonsultationen mit Experten und medizinischen Teams die Behandlungsqualität von Patienten klinisch hochrelevant verbessert werden kann. „Der digitale Umbruch in der Versorgung muss jetzt erfolgen. Telemedizin wirkt“, so Marx angesichts der Ergebnisse.

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