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eRezept „Der Patient entscheidet, ob es ein Erfolg wird“

| Autor: Julia Mutzbauer

Laut dem Bundesministerium für Gesundheit werden die technischen Festlegungen für das eRezept bis zum 30. Juni 2020 getroffen. Vor diesem Hintergrund fordert die Initiative pro AvO erneut offene Schnittstellen und Zusammenarbeit aller Initiativen für die Apotheken vor Ort.

Die Initiative pro AvO: „Damit die Einlösung des eRezeptes diskriminierungsfrei erfolgen kann, muss der Patient seine Apotheke frei wählen dürfen“
Die Initiative pro AvO: „Damit die Einlösung des eRezeptes diskriminierungsfrei erfolgen kann, muss der Patient seine Apotheke frei wählen dürfen“
(© peart - adobe.stock.com )

„Die Erfahrungen aus 17 europäischen Märkten mit dem eRezept zeigen uns, dass Apotheken vor Ort davon profitieren können - wenn sie diesen Weg und Prozess offen mitgestalten“, so Peter Menk, Geschäftsführer von pro AvO. Die Initiative unterstütze zwar die Forderung nach einem eRezept-Server in hoheitlicher Hand, jedoch würden die Patienten am meisten profitieren, wenn es offene Schnittstellen gäbe „weil sich dann daran viele Mehrwertleistungen für die Patienten anschließen können“, so die Initiative. Dabei müssten die Anbieter aber die hohen datenschutzrechtlichen Anforderungen an Gesundheitsdienstleistungen erfüllen und sollten als Teil der Telematik-Infrastruktur zugelassen werden.

Menk erklärt: „Zentralistisch gestaltete Konzepte sind häufig nicht an den Bedürfnissen der Patienten ausgerichtet und damit auch weniger erfolgreich. Genau das aber müssen wir tun: uns am Patienten ausrichten. Denn nur dann werden die 82 Mio. Bürger die eRezept-Lösungen annehmen. Der Patient entscheidet, ob das eRezept ein Erfolg wird.“

Zudem kritisiert die Apotheken-Initiative die jüngste Äußerung der Verbände, dass andere Marktpartner nicht in die Entwicklung und Umsetzung der eRezept-Lösungen eingebunden werden sollten: „Statt gegeneinander anzutreten gilt es, gemeinsam der Politik Angebote zu machen, die in der Praxis funktionieren werden und so gemeinsam die bestmöglichen Lösungen für Patienten und Apotheken zu entwickeln“, erläutert pro AvO.

Auch der Vorstandsvorsitzende der NOVENTI SE, Dr. Hermann Sommer, spricht sich für eine gemeinsame Branchenlösung aus: „Nachdem die Digitalisierung der Gesundheit in Deutschland mit großen Schritten vorangeht, gilt es jetzt Lösungen bereitzustellen, die für 82 Millionen Menschen funktionieren. Branchenlösungen und Branchenstandards werden sich dabei nur durchsetzen, wenn sie alle Marktpartner umfassen und nicht jeder eine eigene Lösung baut“.

Sommer weiter: „Schließlich bedeutet Digitalisierung vor allem Vernetzung. Als NOVENTI haben wir gerade die erste vollständige eRezept-Abrechnung Deutschlands umgesetzt. Wir bringen also unser gesamtes Digital-Know how und unsere Erfahrungen aus den schon laufenden eRezept-Projekten wie GERDA in die pro AvO ein und wir rufen alle anderen Marktteilnehmer und die Apotheker auf, dies auch zu tun.“

AvO Pro argumentiert: „In allen Lebensbereichen lernen die Menschen, dass Digitalisierung vereinfacht und vernetzt. Und genau das erwarten sie von der Politik, wenn das eRezept auch in Deutschland eingeführt wird. Das eRezept dient dem Patienten.“ Die Entscheidungshoheit, wie und wo das Rezept eingelöst wird, solle weiterhin bei den Patienten liegen.

„Damit die Einlösung des eRezeptes diskriminierungsfrei erfolgen kann, muss der Patient seine Apotheke frei wählen dürfen. Dazu muss es sich beispielsweise nahtlos an die digitalen Lösungen der Arztpraxen anschließen und eingebunden sein in die neuen elektronischen Patientenakten“, erläutert die Initiative. Außerdem wolle der Endkunde keine unterschiedlichen Anwendungen für Rezepte und die Bestellung von OTC-Artikeln. „Einzellösungen sind daher weder gewollt noch werden sie erfolgreich sein können“, so Pro AvO.

Die Initiative habe fünf starke Partner, die gemeinsam mit weiteren Partnern vorangehen und die Plattform für alle Apotheken vor Ort bauen. „Wir können das, weil unsere Gesellschafter bereits das mit einbringen, was für die Konzeption, den Bau und die flächendeckende Umsetzung in ganz Deutschland notwendig ist. Wir bilden einen großen Teil der Wertschöpfungskette ab, von der Warenwirtschaft über die Logistik bis zur Endkundenansprache. Gemeinsam mit weiteren Partnern – wie beispielsweise Apothekenkooperationen und Herstellern – können wir so das bestmögliche Angebot schaffen,“ versichert Peter Menk, Geschäftsführer der pro AvO.

Über pro AvO

Die Initiative pro AvO (pro Apotheke vor Ort) entwickelt ein digitales Versorgungsnetzwerk mit Apothekendienstleistungen für ganz Deutschland, das sich an den Bedürfnissen und den Kontaktpunkten der Konsumenten ausrichtet. Das Portal geht spätestens mit dem eRezept an den Start. Es soll den Kunden überall und jederzeit den unmittelbaren Zugriff auf die Leistungen von möglichst allen 19.300 Apotheken bieten. Die Gründer der Initiative pro AvO sind BD Rowa Germany GmbH, GEHE Pharma Handel GmbH, NOVENTI, Sanacorp eG und die Wort & Bild-Verlagsgruppe.

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