Suchen

Umfrage zu Gesundheitsdaten Datenspenden bedingen Datensicherheit und Datenschutz

| Autor: Ira Zahorsky

Die Datenspende von Gesundheitsdaten für medizinische Forschung bleibt auch in Zeiten der Covid-19-Pandemie ein sensibles Thema, doch die Bereitschaft, Daten sicher zu spenden, steigt, wenn dadurch zur Bekämpfung von Covid-19 beigetragen werden kann.

Firmen zum Thema

Therapie- und Diagnoseverbesserung ist für Datenspender die wichtigste Motivation.
Therapie- und Diagnoseverbesserung ist für Datenspender die wichtigste Motivation.
(Bild: Data4Life)

Eine Umfrage der von der Hasso Plattner Foundation finanzierten, gemeinnützigen Organisation Data4Life vom April 2020 unter 5.002 Teilnehmern in Deutschland zeigt, dass fast zwei Drittel (65 %) aller Befragten bereit sind, ihre Gesundheitsdaten (Puls, Fieber, Vorerkrankungen) und Bewegungsdaten (Standort, Abstandsmessung) der Covid-19-Forschung zu spenden. Über drei Viertel (77 %) derjenigen, die ihre Daten zur Verfügung stellen würden, wären dadurch motiviert, mit ihrer Datenspende zur Eindämmung der Covid-19-Ausbreitung beizutragen, knapp zwei Drittel (65 %) erhoffen sich eine beschleunigte Covid-19-Impfstoff-Entwicklung. Die geringste Spendenmotivation haben die Befragten für die Lockerung des Covid-19-Lockdowns. Hierfür würden lediglich 26 Prozent aller Befragten ihre Daten zur Verfügung stellen. Bei älteren Befragten und kinderlosen Haushalten ist die generelle Bereitschaft zur Datenspende im Vergleich höher.

Der digitale Austausch von medizinischen Daten zwischen Arzt und medizinischen Forschungseinrichtungen wird während der Corona-Pandemie sogar von einer noch größeren Anzahl der Befragten befürwortet. Die damit verbunden Ziele sind hauptsächlich: Therapien und Diagnosen zu verbessern, Früherkennung von Krankheiten, sowie die Verbesserung des Gesundheitssystems. Eine Repräsentativbefragung des deutschen Bundestages ergab im September 2019, dass nur 38 Prozent der Befragten ihre mittels Gesundheits-Apps erhobenen Daten unabhängigen Forschungseinrichtungen zur Verfügung stellen würden. Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF) ergab im August 2019, dass 46 Prozent „voll und ganz“ und 33 Prozent „eher“ ihr Einverständnis zur Datenspende für die medizinische Forschung geben würden.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

„Die Bereitstellung von Gesundheitsdaten von Bürgerinnen und Bürgern für die medizinische Forschung kann diese signifikant beschleunigen und so die Gesundheitsversorgung deutlich verbessern,“ kommentiert Professor Erwin Böttinger, Leiter des Digital Health Centers am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut, die Ergebnisse der Umfrage. „Hierzu gilt es nun, Lösungen zu erarbeiten, die die sensiblen Daten nach höchsten Sicherheitsstandards schützen und es den Datenspendern ermöglichen, selbstbestimmt und aufgeklärt ihre Daten zu spenden,“ ergänzt Christian Weiß, CEO von Data4Life.

Vergleichsumfragen aus 2019:

(ID:46615338)

Über den Autor

 Ira Zahorsky

Ira Zahorsky

Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS