Keine dezentrale Speicherung Datenschützer fordern Nachbesserungen bei Luca-App

Autor / Redakteur: dpa/AFX / Ira Zahorsky

Die deutschen Datenschutzbehörden haben Nachbesserungen bei der Luca-App zur Corona-Kontaktnachverfolgung gefordert. Derzeit hapere es noch an der dezentralen Speicherung der Daten und an der Entschlüsselung.

Die Luca-App muss beim Datenschutz nachbessern.
Die Luca-App muss beim Datenschutz nachbessern.
(© Appstore)

Der Anbieter der App habe bisher identifizierte Risiken „teilweise behandelt“, hieß es in einer Stellungnahme der Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (DSK). „Die DSK fordert das Unternehmen dennoch auf, weitere Anpassungen an dem System vorzunehmen, um den Schutz der teilnehmenden Personen weiter zu erhöhen.“

Die Datenschützer erklärten, derzeit würden die von Luca gesammelten Daten an einer zentralen Stelle gespeichert. Deswegen wolle man mit dem Betreiber der App erörtern, inwieweit eine dezentrale Speicherung möglich sei. Zudem müsse über die Entschlüsselung der Daten noch einmal nachgedacht werden. Die Einhaltung grundlegender Sicherheitsprinzipien müsse nachgewiesen werden.

Die DSK werde „eine eigenständige Orientierungshilfe für alle Betreiber solcher Kontaktverfolgungssysteme“ erarbeiten und „kurzfristig veröffentlichen“. Der Gesetzgeber wurde aufgefordert, „bundeseinheitliche gesetzliche Regelungen zur digitalen Kontaktnachverfolgung zu schaffen“. Das Saarland führt derzeit in der DSK den Vorsitz.

Bundesweite Einführung statt Insellösung?

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat die bundesweite Einführung der Kontaktverfolgungs-App Luca gefordert. „Wenigstens bei dieser kleinen Frage brauchen wir einen Konsens“, sagte der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei unverständlich, dass sich die Länder „nicht einmal in dieser winzigen Frage“ auf einen gemeinsamen Kurs einigen könne. „Diese Insellösungen sind tödlich für die Patientenverfolgung.“

Zur Nachverfolgung von Kontakten in der Corona-Pandemie will auch Rheinland-Pfalz bald die so genannte Luca-App einsetzen. „Inzwischen haben sich bereits zwölf Bundesländer für den Einsatz von Luca entschieden. Gemeinsam mit Luca, den anderen Ländern und unseren IT-Partnern arbeiten wir mit Hochdruck daran, unsere Gesundheitsämter mit Luca zu vernetzen“, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei in Mainz. Bald nach Ostern könne es soweit sein.

Neben dem Saarland, Hessen und Baden-Württemberg setzen bereits Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt die App ein. Dazu kämen eine ganze Reihe von Kommunen in den übrigen vier Bundesländern.

Über die App

Mit der Luca-App kann man sich mit einer Art virtueller Visitenkarte beispielsweise in Restaurants oder Kinos anmelden. Unter anderem hatte Hip-Hop-Sänger Smudo von den „Fantastischen Vier“ dafür geworben.

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