Digitale Vernetzung Datenplattform für das deutsche Gesundheitssystem

Redakteur: Ira Zahorsky

Eine offene digitale Plattform soll die Vernetzung des deutschen Gesundheitswesens vorantreiben und damit die Infrastruktur für die Bereitstellung digitaler Dienste erweitern.

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Die neue Plattform „teamplay digital health platform connect“ soll einen Beitrag zur Digitalisierungsinitiative der Bundesregierung leisten.
Die neue Plattform „teamplay digital health platform connect“ soll einen Beitrag zur Digitalisierungsinitiative der Bundesregierung leisten.
(Bild: maxsim – stock.adobe.com)

Die neue Plattform „teamplay digital health platform connect“ nutzt internationale Standards wie IHE (Integrating the Healthcare Enterprise), um den sicheren Austausch von Patientendaten unter Leistungserbringern zu vereinfachen. Sie ist eine Kooperation von Siemens Healthineers und IBM Deutschland. „Die Plattform ermöglicht die digitale Transformation des Gesundheitswesens und ist die Basis für die Vernetzung der Akteure. Beispielsweise können bestehende und zukünftige digitale Patientenakten insbesondere dann ihren vollen Nutzen entfalten, wenn die Patienteninformationen vollständig und aktuell für alle relevanten und entsprechend Berechtigten verfügbar sind“, sagte Dr. Christian Kaiser, Leiter Digital Services Central Western Europe, Siemens Healthineers.

Die Lösung ist auch für Angebote von Drittanbietern ausgelegt. Diese können in Zukunft Apps und digitale Lösungen auf die Plattform bringen und auf dem Gesundheitsmarkt anbieten. „Patienten interessieren sich nicht für die Hindernisse im Gesundheitswesen – sie brauchen schnelle Lösungen. Ziel ist es, mit hochpersonalisierten Angeboten und gewonnener Zeit für menschliche Zuwendung die Wirksamkeit des Krankenhauses für den Patienten fühlbar zu steigern. Das Konzept aus Vernetzung, Mehrwert für den Patienten und Informationsgewinn für Arzt und Pflege kann dazu beitragen“, sagte Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH).

Die für die Plattform eingesetzte Technologie nutzt Siemens Healthineers bereits in der Schweiz (EPD) und Österreich (ELGA).

Doppelt gesichert

Siemens Healthineers und IBM teilen den Betrieb der teamplay digital health platform connect aus Sicherheitsgründen auf zwei in Deutschland befindliche Rechenzentren auf. Dabei betreibt Siemens Healthineers das Patientenregister und IBM den Dokumentenindex.

Das Patientenregister verwaltet Identitäten (demographische Daten wie Namen oder Kontaktdaten) von Patienten, die von den Teilnehmern der Plattform angemeldet wurden. Grundlage für eine solche Anmeldung ist immer das Einverständnis der betroffenen Person. Die Hauptaufgabe des Patientenregisters besteht darin, die unterschiedlichen Daten einer Person teilnehmerübergreifend korrekt zu einer Identität zusammenzuführen.

Demgegenüber verwaltet der Dokumentenindex administrative Angaben zu den Dokumenten, welche die Teilnehmer der Plattform bekannt geben. Auch hier ist die Bereitstellung von neuen Dokumenten nur auf Basis einer gültige Einwilligungserklärung der betroffenen Person möglich. Hierbei werden die Dokumente und Daten selbst nicht zentral, sondern bei dem jeweils bereitstellenden Teilnehmer, zum Beispiel dem Krankenhaus, gespeichert.

Es wird also keine weitere digitale Aktenlösung etabliert. Jedes Rechenzentrum ist nach anerkannten Security-Standards abgesichert. Durch die Aufteilung auf zwei Zentren sind selbst im unwahrscheinlichen Fall eines Hackerangriffs nur ein Teil der Daten kompromittiert. Eventuell erbeutete Daten seien den Anbietern zufolge ohne das jeweils passende „Gegenstück“ für den Angreifer wertlos.

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