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Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung: Seuchenüberwachung per App Coronavirus im Visier

| Autor: Julia Mutzbauer

Seit Ende 2019 breitet sich ein neuartiges Coronavirus, das schwere Lungentzündungen auslösen kann, besonders schnell aus. Nun sollen strenge Maßnahmen zur Seuchenkontrolle eine weitere Verbreitung stoppen. Dazu haben Forscher am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig die dort bereits entwickelte App zur Seuchenüberwachung um ein Modul zur Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie erweitert.

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(© peterschreiber.media - stock.adobe.com)

Das mobile Informationssystem SORMAS (Surveillance, Outbreak Response Management and Analysis System) wurde von Wissenschaftlern der Abteilung „Epidemiologie“ am HZI unter der Leitung von Prof. Gérard Krause gemeinsam mit deutschen und internationalen Partnern entwickelt.

„Das System wird als App auf Mobiltelefonen betrieben und eignet sich besonders für den Einsatz in Regionen mit schwacher Infrastruktur. Mithilfe von SORMAS können Daten zum Krankheitsausbruch lokal erfasst und an Gesundheitsbehörden übermittelt werden. So können die Behörden Risikoeinschätzungen treffen und Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung koordinieren“, erklärt das Forschungszentrum.

„Die aktuelle Epidemie zeigt, wie dringend detaillierte Daten für die Risikoeinschätzung benötigt werden und auch, wie groß der Bedarf für ein strukturiertes Management der Eindämmungsmaßnahmen ist“, so Krause. Eine systematische Übersicht habe kürzlich ergeben, dass die Integration dieser beiden Funktionen ein Alleinstellungsmerkmal von SORMAS gegenüber anderen eHealth-Tools in diesem Bereich sei.

Die SORMAS-App in der Anwendung
Die SORMAS-App in der Anwendung
(© HZI/Verena Meier)

Mit dem neuen Coronavirus-Modul sei die Anwendung für 20 verschiedene Infektionskrankheiten – darunter Ebola, Lassafieber, Affenpocken, Vogelgrippe, Denguefieber, Gelbfieber, Masern, Meningitis, Pest, Cholera, Tollwut und Milzbrand – anwendbar. SORMAS sei bereits erfolgreich bei der Bekämpfung dreier parallel auftretender großer Ausbrüche in Nigeria zum Einsatz gekommen und soll nun auch in Ghana betrieben werden.

Die Virologin Dr. Juliane Dörrbecker, die die Konzeption des neuen SORMAS-Moduls leitete erläutert: „Aufgrund des flexiblen ‚Bausteinkonzeptes‘ von SORMAS konnten wir das spezifische Coronavirus-Modul bereits innerhalb weniger Tage aktivieren“. Die App-Erweiterung erlaube es, auch in entlegenen Regionen Einzelfälle frühzeitig zu erfassen, klinische Details und Laborbestätigungen zu dokumentieren, alle Kontaktpersonen prospektiv zu begleiten und frühzeitig eine Therapie anbieten zu können – für den Fall, dass sie ebenfalls erkranken, heißt es. „SORMAS regelt diese Prozesse und generiert zugleich gut validierte Daten in Echtzeit für eine fortlaufende Risikobewertung auf nationaler und internationaler Ebene“, heißt es weiter.

(ID:46350673)

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 Julia Mutzbauer

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Redaktion, eGovernment Computing