Suchen

COVID-19 Corona-Impfstoff: Deutschland investiert

| Autor: Susanne Ehneß

Die Bundesregierung beteiligt sich mit 300 Millionen Euro am Impfstoff-Hersteller CureVac.

Firma zum Thema

Alle warten auf den Corona-Impfstoff
Alle warten auf den Corona-Impfstoff
(© Goffkein - stock.adobe.com)

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Dietmar Hopp, SAP-Mitgründer und Mitgründer der Beteiligungsgesellschaft dievini Hopp BioTech holding GmbH & Co. KG, haben eine Zusammenarbeit vereinbart. Die Bundesrepublik Deutschland wird 300 Millionen Euro in das biopharmazeutische Unternehmen CureVac AG investieren.

Details des Investments, das durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) umgesetzt werden soll, wurden in einem Vertragsentwurf vereinbart. Die KfW wird künftig einen Anteil von rund 23 Prozent an CureVac halten.

„Entwicklung beschleunigen“

„Die Technologie von CureVac hat das Potenzial, neue Impfstoffe und therapeutische Behandlungsmöglichkeiten für viele Menschen zu entwickeln und über den Markt zur Verfügung zu stellen“, kommentiert Altmaier. „Die Bundesregierung beteiligt sich an diesem vielversprechendem Unternehmen, weil sie erwartet, damit Entwicklungen zu beschleunigen, und es CureVac finanziell zu ermöglichen, das Potenzial seiner Technologie ausschöpfen zu können.“

Das sei zugleich industriepolitisch von hoher Bedeutung, denn diese wichtigen Forschungsergebnisse und Technologien brauche man in Deutschland und Europa. „Gleichzeitig ist der heutige Schritt eine erste wichtige Umsetzung des umfassenden Corona-Konjunktur- und Zukunftspakets der Bundesregierung vom 3. Juni 2020. Darin haben wir uns zum Ziel gesetzt, bei der Herstellung von Wirkstoffen und deren Vorprodukten sowie in der Impfstoffproduktion über mehr Unabhängigkeit zu verfügen. Mit dieser Investition tun wir einen ersten Schritt in diese Richtung“, ergänzt der Minister.

Dietmar Hopp hält über 80 Prozent

Dietmar Hopp ist Hauptanteilseigner der Tübinger CureVac AG. Sein Unternehmen dievini ist seit 2005 mit über 80 Prozent an der Biotech-Firma beteiligt. Das Engagement der Regierung zeige, dass nun „auch von staatlicher Seite die Bedeutung der Biotechnologie erkannt“ werde. CureVac sei „ein weltweit führendes mRNA-Unternehmen mit großen Möglichkeiten für Impfstoffe, zum Beispiel gegen COVID-19, aber auch gegen viele andere Infektionserkrankungen und für Therapieoptionen in anderen Indikationen“.

„Finanzielle Reichweite“

CureVac gewinnt mit diesem Investment finanzielle Reichweite „für die weitere Entwicklung unserer mRNA-Plattform, die Entwicklung und Produktion von weiteren mRNA-Impfstoff- und Arzneimittelkandidaten sowie den strategischen Ausbau unserer Gesellschaft“, freut sich Dr. Franz-Werner Haas, amtierender Chief Executive Officer und Chief Operating Officer von CureVac.

Im weltweiten Wettlauf um den ersten Corona-Impfstoff dürfte dies eine solide Grundlage sein.

Wann kommt der Impfstoff?

Mitte Mai 2020 gab CureVac bekannt, dass sein Coronavirus-Impfstoffkandidat dank optimierter mRNA-Plattform posititve präklinische Ergebnisse bei niedriger Dosierung zeige: Nach zwei Injektionen mit je zwei Mikrogramm weise der Impfstoffkandidat eine hohe Anzahl von virusneutralisierenden Titern auf.

Der Hersteller ist zuversichtlich, die klinische Phase-1/2a-Studie im Juni 2020 beginnen zu können. Abhängig von diesen Daten soll dann die klinische Phase-2-Studie mit einer signifikanten Anzahl von Teilnehmern im Herbst 2020 starten.

(ID:46648860)