Suchen

„Blended Counseling“ Caritas berät online

| Redakteur: Julia Mutzbauer

Mit der neu aufgesetzten Beratungsplattform will der Deutsche Caritasverband einen weiteren Schritt in Richtung digitale Zukunft gehen. Die Plattform soll die Grundlage für das geplante Konzept des „Blended Counseling“ – der hybriden Verbindung von Online-Beratung und face-to-face-Beratung – bilden.

Firma zum Thema

Künftig will der Caritasverband in rund 900 Beratungsstellen für 15 unterschiedliche Hilfefelder wie Schwangerenberatung und Beratung für ältere Menschen über die Caritas-Beratungsplattform anbieten
Künftig will der Caritasverband in rund 900 Beratungsstellen für 15 unterschiedliche Hilfefelder wie Schwangerenberatung und Beratung für ältere Menschen über die Caritas-Beratungsplattform anbieten
(© anyaberkut - stock.adobe.com)

Die neue Beratungsplattform soll den Nutzern eine intuitive Führung bieten und sich jedem internetfähigen Endgerät anpassen. „Damit eröffnen wir Ratsuchenden einen einfacheren und breiteren Zugang zu einer zeitnahen und qualitativ hochwertigen Beratung in vielen Not- und Lebenslagen, so der Caritas-Präsident Peter Neher. „Erste Systemerprobungen in der Online-Suchtberatung und der U25-Suizidberatung haben in den vergangenen sechs Monaten gezeigt, dass die Möglichkeit der Anfragen niedrigschwelliger geworden ist“, fügt Neher hinzu.

Mit dem neuen System werde den Ratsuchenden erstmals die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Beratungsfeldern geboten. Künftig sollen bundesweit über 2.700 Beratende in rund 900 Beratungsstellen für 15 unterschiedliche Hilfefelder wie Schwangerenberatung und Beratung für ältere Menschen über die Caritas-Beratungsplattform erreichbar sein. Die Onlineberatung sei datensicher und kostenfrei sowie auf Wunsch anonym, so der Caritasverband. Die Beratenden seien speziell geschult. Der Verband will online ebenso eine wirksame Beratungsbeziehung wie in der face-to-face-Beratung bieten.

„Kein Callcenter“

„Online-Beratung im Deutschen Caritasverband ist keine Callcenter-Beratung“, erklärt Eva M. Welskop-Deffaa, Vorstand Sozial- und Fachpolitik und zuständig für die Digitale Agenda der Caritas. Im Jahr 2018 sollen 1.814 Beratende in 700 Beratungsstellen mit 21.485 Ratsuchenden online 34.971 Nachrichten ausgetauscht haben. Nach der aktuellen Systemumstellung sei eine deutlich höhere digitale Erreichbarkeit gewährleistet. Die Ortsverbände sollen als kompetente Beratungsinfrastruktur über die Plattform in das System der Caritas-Beratung integriert sein.

Die Finanzierung der neuen Plattform-Software erfolge aus Eigenmitteln der Caritas und durch eine Projektförderung des Familienministeriums zur Digitalen Transformation der Wohlfahrtsverbände. Die Online-Beratung sei ein verbandliches Gemeinschaftsprojekt der 27 Diözesan-Caritasverbände und der Fachverbände.

(ID:46193956)