Leitfaden für die Medtech-Branche BV-Med veröffentlicht ersten europäischen „Compliance-Standard“

Redakteur: Julia Engelke

Der BV-Med hat einen „Compliance-Standard“ veröffentlicht. Der Leitfaden soll kleinen und mittleren Unternehmen praktikable Vorschläge und Hinweise für den Aufbau einer geeigneten Compliance-Organisation geben. Er kann kostenlos heruntergeladen werden.

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Orientierungshilfe im Compliance-Dschungel: Der BV-Med hat einen „Compliance-Standard“ veröffentlicht, der den KMU als eine praktikable und verständliche Umsetzungshilfe für den Aufbau einer geeigneten Compliance-Organisation dienen soll. (Symbolbild)
Orientierungshilfe im Compliance-Dschungel: Der BV-Med hat einen „Compliance-Standard“ veröffentlicht, der den KMU als eine praktikable und verständliche Umsetzungshilfe für den Aufbau einer geeigneten Compliance-Organisation dienen soll. (Symbolbild)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Der Bundesverband Medizintechnologie (BV-Med) hat einen „Compliance-Standard“ verabschiedet, der insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen praktikable Vorschläge und Hinweise für den Aufbau einer geeigneten Compliance-Organisation gibt. „Dieser praktische Leitfaden ist der erste Compliance-Standard eines europäischen Medizinprodukteverbands. Neben dem geltenden Recht und dem Kodex Medizinprodukte ist er die wesentliche dritte Säule, auf deren Grundlage ein Medizinprodukte-Unternehmen die Zusammenarbeit mit medizinischen Einrichtungen rechtssicher ausgestalten kann“, kommentiert BV-Med-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Der BV-Med-Compliance-Standard wurde in enger Zusammenarbeit mit der internationalen Anwaltskanzlei Clifford Chance und dem Healthcare-Compliance-Committee des BV-Med erarbeitet und vom BV-Med-Vorstand beschlossen. Er kann unter www.bvmed.de/compliance-standard heruntergeladen werden.

Praktikable Hinweise, Checklisten und Praxistipps

Der BV-Med-Compliance-Standard enthält praktikable Hinweise und Checklisten für den Aufbau einer Compliance-Organisation in einem Medizinprodukte-Unternehmen sowie Praxistipps zur Selbstüberprüfung durch ein internes Compliance-System-Audit. Der Compliance-Standard orientiert sich an den einschlägigen gesetzlichen Vorgaben in Deutschland zu den Sorgfaltspflichten der Unternehmensleitung (§ 43 GmbHG, § 93 AktG, § 130 OWiG) und deren Auslegung durch die Rechtsprechung sowie an den nationalen und internationalen Standards. „Der Standard beschreibt die wesentlichen Elemente einer geeigneten Compliance-Organisation und soll den Unternehmen der Medizinproduktebranche ermöglichen, entsprechende organisatorische Vorkehrungen zu ergreifen“, so Möll.

Der BV-Med hatte bereits Ende der Neunzigerjahre den „Kodex Medizinprodukte“ veröffentlicht und diesen seitdem stetig weiterentwickelt. Ziel dieses Kodex ist es, den rechtlichen Rahmen der Zusammenarbeit zwischen medizinischen Einrichtungen, Ärzten und den Herstellern von Medizinprodukten zu erläutern. Er fasst die bestehenden Rechtsvorschriften zusammen und enthält Verhaltensregeln, die bei der Zusammenarbeit beachtet werden sollten. „Seit seiner Veröffentlichung hat der Kodex bei allen relevanten Stakeholdern eine hohe Anerkennung als verlässlicher Orientierungspunkt im Hinblick auf verhaltensbezogene Compliance-Fragen der Medizinproduktebranche gewonnen“, sagt der BV-Med-Geschäftsführer.

Die organisatorischen Rahmenbedingungen in den Unternehmen zur Verhinderung von Compliance-Verstößen haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Zwar besteht in Deutschland für die Medizinprodukte-Branche – im Gegensatz zum Finanz- oder Versicherungssektor – keine explizite gesetzliche Pflicht, Compliance Officer zu bestellen oder ein Compliance-Management-System einzurichten. Allerdings gehört es nach der Rechtsprechung zu den Sorgfaltspflichten der Unternehmensleitung, angemessene Maßnahmen zur Kontrolle von Compliance-Risiken zu ergreifen.

Dr. Marc-Pierre Möll: „Deshalb geben wir mit unserem BV-Med-Compliance-Standard gerade unseren KMU eine praktikable und verständliche Umsetzungshilfe für den Aufbau einer geeigneten Compliance-Organisation.“

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Devicemed.

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