Medizininformatik-Initiative wird ausgebaut Bundesweite digitale Infrastruktur für den Austausch medizinischer Daten

Von Susanne Ehneß

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die neue Förderrichtlinie zum Ausbau der Medizininformatik-Initiative (MII) veröffentlicht. Der Fokus der nun anstehenden Ausbau- und Erweiterungsphase liegt auf der Zusammenarbeit zwischen den Unikliniken und auf der Kooperation mit neuen Partnern.

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Bettina Stark-Watzinger, seit 2020 Mitglied im Präsidium der FDP und nun Bundesministerin für Bildung und Forschung
Bettina Stark-Watzinger, seit 2020 Mitglied im Präsidium der FDP und nun Bundesministerin für Bildung und Forschung
(© BMBF/Hans-Joachim Rickel)

Die MII wird weiter ausgebaut und gefördert. Nach der Aufbau- und Vernetzungsphase (2018 bis 2022), in der das BMBF den Aufbau von Datenintegrationszentren an den Universitätskliniken mit über 200 Millionen Euro unterstützt hat, folgt ab 2023 eine dreijährige Ausbau- und Erweiterungsphase. Die hierfür veröffentlichte Förderrichtlinie starte laut BMBF eine „neue Phase der datenbasierten Gesundheitsforschung in Deutschland“. Der Fokus der nächsten Phase soll auf einer erweiterten Zusammenarbeit und Interoperabilität zwischen den Unikliniken und auf der Kooperation mit Akteuren außerhalb der Kliniken liegen sowie den Mehrwert durch übergreifende Use Cases aufzeigen.

Wir wollen, dass sich die MII künftig noch stärker mit anderen Initiativen vernetzt, um die Digitalisierung in der Gesundheitsforschung flächendeckend zu erreichen. Die MII soll zum Herzstück der datenbasierten Gesundheitsforschung in Deutschland werden – indem sie der Wissenschaft ein breites Spektrum medizinischer Datenschätze aus der Forschung bereitstellt

Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger

Die enge Zusammenarbeit der MII mit dem Netzwerk Universitätsmedizin sei hierfür ein herausragendes Beispiel. „Hier wurde gemeinsam eine Datenplattform aufgebaut, um die Daten der COVID-19-Patientinnen und Patienten aller deutschen Unikliniken zu analysieren. Denn uns hat die Pandemie gezeigt: Die Analyse großer Datenpools führt zu lebensrettenden Erkenntnissen. Die Gesundheitsforschung muss digitaler werden – die neue Förderrichtlinie ist hierfür ein wichtiger Baustein“, ergänzt Stark-Watzinger.

Deutsche Hochschulmedizin

Der Dachverband der Unikliniken und medizinischen Fakultäten, die Deutsche Hochschulmedizin (DHM), und die Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF) begrüßen die Weiterführung der MII. Die Schaffung einer bundesweiten digitalen Infrastruktur für den Austausch medizinischer Forschungs- und Versorgungsdaten sei ein „Grundpfeiler für ein leistungsfähiges Gesundheitswesen“. Die weitere Förderung der MII durch das BMBF sei zudem „ein wichtiges politisches Signal für den Forschungsstandort Deutschland“.

Die MII hat den Grundstock für eine bundesweite Forschungsdateninfrastruktur geschaffen, die einen direkten Transfer der Forschung in die Versorgung ermöglicht und dadurch die Behandlung der Patienten direkt verbessert. Das ist ein großer Fortschritt für unser Gesundheitswesen

Professor Jens Scholz, 1. Vorsitzender des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands

„Die MII unterstreicht die Chancen der Digitalisierung in der Medizin“, meint auch Professor Matthias Frosch, Präsident des Medizinischen Fakultätentages. Diese nun gemeinsam mit dem Netzwerk Universitätsmedizin weiterzuentwickeln, sei eine wichtige Aufgabe der nächsten Förderphase. „In der Universitätsmedizin sind dafür alle Expertisen vorhanden, um ein solches digitales Dateninfrastrukturprojekt umzusetzen – von der Generierung von Daten über deren Normierung bis hin zur Nutzung für Forschung und Patientenversorgung“, betont Frosch.

Die Förderrichtlinie inklusive Informationen rund um das Antragsverfahren ist online abrufbar.

Infos rund um die Ziele der MII gibt es in diesem Youtube-Video:

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