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Digitalisierung im Gesundheitswesen

Bürger stufen Entwicklungsstand als unbefriedigend ein

| Redakteur: Julia Mutzbauer

Laut einer Studie ist jeder zweite Deutsche unzufrieden mit dem Entwicklungsstand der digitalen Transformation im Gesundheitswesen. Für die Studie „European Study on the Digitalisation of the Healthcare Pathways“ hat die Sopra Steria Consulting die Meinungen von Bürgern und Gesundheitsexperten in sechs europäischen Ländern, unter anderem in Deutschland ausgewertet.

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Eine Studie zum Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen ergab, dass Deutschland im Verlgeich zu anderen Ländern weiter hinten liegt.
Eine Studie zum Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen ergab, dass Deutschland im Verlgeich zu anderen Ländern weiter hinten liegt.
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Nicht nur deutsche Bürger sind unzufrieden mit der digitalen Entwicklung im Gesundheitswesen. Auch in Frankreich und Spanien sähe es ähnlich aus. Dies zeigte sich im Ergebnis der Studie „European Study on the Digitalisation of the Healthcare Pathways“, in der die Bewertungen ähnlich ausfielen.

In der Studie hat das Unternehmen Sopra Steria Consulting 1.200 Bürger sowie 35 Gesundheitsexperten aus Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Norwegen und Spanien durch das Marktforschungsinstitut Ipsos befragen lassen. Hiefür wurden in Deutschland 200 Bürger online und fünf Experten per Telefon interviewt.

Die Umfrage ergab, dass mehr als jeder dritte deutsche Bürger (35 Prozent) die Digitalisierung des Gesundheitswesens als rückstandig einstuft. In Großbritanien wurde das Angebot von digitalen Gesundheitslösungen nur von jedem vierten als unterdurchschnittlich bewertet. Jedoch ist auch dort die Mehrheit der Bevölkerung (57 Prozent) der Meinung, dass sich die medizinische Versorgen in den letzten zehn Jahren verschlechtert hat.

Beim Thema Zufriedenheit mit einzelnen Vorhaben unterscheiden sich die Bewertungen der jeweiligen Länder. Beispielsweise ist in Franreich und Spanien jeder zweite Befragt zufreiden mit der Lösung einer elektronischen Krankenakte im eigene Land. In Deutschland geben hier nur 27 Prozent an, dass sie zufrieden sind.

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Laut der befragten Gesundheitsexperten gehört Belgien zu den Ländern, das den Ausbau der digitale Gesundheitsversorgung systematisch eingeführt hat. Und Norwegen gilt als Vorreiter für systematische und pragmatische Digitalisierung.

Im Gegensatz dazu zögern die zuständigen Akteure in Deutschland häufiger in Sachen Reformvorhaben. Hierbei soll nach Meinung der Experten das förderale System im Land die Digitalisierung ausbremsen. Es seien zu viele Insellösungen und inkompatible IT-Landschaften, die eine systematische und flächendeckende Einführung von digitalen Anwendungen und die Entwicklung neuer Versorgungsmodelle behindern würden. Auch Bedenken in Bezug auf Datensicherheit wurd als Begründung für die Verzögerung der Einführung von neuen Lösungen und Geräten angegeben. Jedoch ließe sich dieses Problem durch die Standards und Kontrollen der Anbieter beheben, nach Meinung der Experten.

Dagegen würde eine zu lange Verzögerung den Verlust der Datensouveränität an den großen Internetkonzernen wie Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft (GAFAM) mit sich bringen. Momentan haben die Bürger noch wenig Vertrauen in die Konzerne beim Thema Gesundheit. Lediglich fünf Prozent würden bei der Nutzung von GAFAM-Apps den Hinweisen auf mögliche Krankheiten vertrauen. Dagegen sind es 68 Prozent, die denÄrzten, Kliniken und Krankenkassen vertrauen.

Künftig soll der Druck der Digitalbranche und der Bevölkerung auf die Akteure im Gesundheitswesen steigen. Die Mehrheit der Bürger wünscht sich Verbesserungen und sehen einen Vorteil in den digitalen Angeboten. Dabei geben drei von vier Befragten an, dass digitale Lösungen bei der Diagnose, Behandlung und Prävention von Krankheiten deutlich verbessern. Die Priorität der Akteure sollte beim Monotoring von Vitaldaten, Austausch zwischen den den Kliniken, Hausärzten und Krankenkassen und bei der elektronischen Gesundheitskarte liegen.

Außerdem gaben gaben 73 Prozent der Befragten an, dass sie deutlich mehr Daten zu ihrere elektronischen Krankenakte senend würden, wenn eine zufriedenstellende Lösung vorhanden wäre. Erst ab 2021 sind die gesetztlichen Krankenkassen verpflichtet die ePatientenkarte anzubieten. Im Vergleich dazu gibt es in Norwegen und Belgien schon mehr Intitativen und daher eine größer Verbreitung.

Dr. Tina Wulff, Senior Consultant Digital Healthcare bei Sopra Steria Consulting äußert: „Die Deutschen sind längst bereit für digitale Angebote in der Gesundheitsversorgung. Die Technik dafür ist ebenfalls vorhanden, nund müssen die Akteure nachziehen“. Sie spricht sich für den Aufbau eines digitalen Gesundheitsökosystem, um den Reformstau aufzulösen aus.„Es fehlen die Lösungen, die speziell auf die Versorungslandschaft im deutschen Gesundheitswesen zugeschnitten sind und flächendekend ausgerollt werden können.“

Laut Wulff wäre eine digitale Plattform ein Ansatz, um alle Akteure mit ihren heterogenen Systemen zu vernetzten und digitale Gesundheitsservices nach festgelegten Standards für die breite Masse anbieten zu können.

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