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Schutzkleidung in der Corona-Krise BSI produziert Masken für Kliniken

| Autor: Manfred Klein

Auch wenn immer häufiger darüber diskutiert wird, wann eine Rückkehr zur Normalität gerechtfertigt sein könnte und wie diese aussehen müsste, ist eines der dringendsten Probleme immer noch die Versorgung von Gesundheitspersonal und Bevölkerung mit Gesichtsmasken und anderweitiger Schutzausrüstung. Auch hier ist die Krise noch längst nicht ausgestanden.

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Noch immer ist der Bedarf an hochwertiger Schutzausrüstung hoch
Noch immer ist der Bedarf an hochwertiger Schutzausrüstung hoch
(© ty - stock.adobe.com)

So hat das Corona-Kabinett der Bundesregierung noch kurz vor den Ostertagen über die Verfügbarkeit von medizinischer Schutzausrüstung, Testausstattungen und Wirkstoffen beraten. Konkret soll der Aufbau und Ausbau der Produktion medizinischer Schutzausrüstung in Deutschland und Europa vorangetrieben werden. Wie das vonstattengehen soll, darüber haben Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einem gemeinsamen Pressestatement informiert.

So soll – neben dem schon am 30. März ins Leben gerufenen Beschaffungsstab beim Bundesministerium für Gesundheit (BMG), der die kurzfristige Beschaffung von medizinischer Schutzausrüstung koordiniert und organisiert – beim im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ein neuer Arbeitsstab „Produktionskapazitäten und Produktionsprozesse“ eingerichtet werden, der „die Aufgabe hat, den zeitnahen Aufbau nationaler und europäischer Wertschöpfungsketten für medizinische Schutzausrüstungen, Testausstattungen und Wirkstoffe in Deutschland und in der Europäischen Union zu unterstützen und so einen wesentlichen Beitrag zur mittelfristigen Sicherstellung der Versorgung zu leisten“.

Die Aufgabe des Arbeitsstabes soll vorrangig in der Ermöglichung und Förderung von privatwirtschaftlichen Investitionen in Produktionskapazitäten bestehen. Dazu will die Bundesregierung die Unternehmen mit Fördermitteln unterstützen und eine langfristige Planbarkeit für Investoren sicherstellen. Dem Arbeitsstab gehören neben dem federführenden Bundeswirtschaftsministerium das BMG und auch die Ressorts BMF, BMAS, BMVI sowie das Bundeskanzleramt an.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) steigt jetzt in die Produktion von Schutzmasken ein. Im Kontext der Corona-Krise nutzt das BSI jetzt seinen 3D-Drucker und Lasercutter, um Einzelteile für Gesichtsmasken des Typs „Prusa Face Shield RC3“ herzustellen, die in Kliniken und Krankenhäusern derzeit dringend gebraucht werden. Mit den vorhandenen technischen Geräten ist das BSI nach eigenen Angaben in der Lage, kurzfristig rund 400 Gesichtsschilde aus einer Spezialfolie auszuschneiden und pro Woche rund 20 zugehörige Kopfbänder per 3D-Druck anzufertigen. Die Einzelteile werden im Rahmen der Initiative „Maker Versus Virus“ zu fertigen Gesichtsmasken zusammengesetzt und bundesweit an Arztpraxen, Kliniken und Krankenhäuser verteilt.

Dazu erklärte BSI-Präsident Arne Schönbohm: „Angesichts der durch Corona angespannten Lage im Bereich der Ausstattung medizinischer Einrichtungen mit Schutzausrüstung bin ich sehr froh, dass wir unsere technischen Möglichkeiten und Expertise diesmal auch außerhalb unserer eigentlichen Aufgabe der Informationssicherheit einsetzen können. Leider können wir keine Massenproduktion von Gesichtsmasken starten, doch wir können einen kleinen Teil dazu beitragen, dass das medizinische Personal in Deutschland den Kranken die Hilfe zuteilwerden lassen kann, die sie derzeit so dringend brauchen. Wenn alle das tun, was ihnen möglich ist, können wir gemeinsam sehr viel erreichen." Die notwendigen Designdateien für den 3D-Drucker und den Lasercutter wurden dem BSI durch das bundesweite Netzwerk „Maker Versus Virus“ bereitgestellt.

Auch aus der Privatwirtschaft gibt es immer wieder Aktionen, um die Versorgung von Ärzten und Pflegepersonal sicherzustellen. So unterstützt die SolidLine AG das „Kompetenzzentrum Additive Fertigung“ des Universitätsklinikums Tübingen bei der Entwicklung und der Produktion im Kampf gegen Covid-19. Das erste Ergebnis: Über 100 Gesichtsschutzschilde haben das Innovationszentrum Hamm von SolidLine schon in Richtung Tübingen verlassen, weitere 900 folgen. Weitere Projekte sind in der Planung. Unternehmen sind dazu eingeladen, sich der Entwicklung und Fertigung von dringend benötigter Schutzausrüstung anzuschließen.

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