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Corona-Pandemie Bosch entwickelt COVID-19-Schnelltest

| Autor: Julia Mutzbauer

Viele Bürger wollen sich derzeit auf das Coronavirus testen lassen. Doch Kliniken, Arztpraxen und Labore sind aktuell stark überlastet. Um medizinischen Einrichtungen zu unterstützen, hat das Unternehmen Bosch einen COVID-19-Schnelltest entwickelt, der eine rasche Diagnose ermöglichen soll.

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Der COVID-19-Schnelltest wird auf dem Analysegerät Vivalytic von Bosch Healthcare Solutions angewendet
Der COVID-19-Schnelltest wird auf dem Analysegerät Vivalytic von Bosch Healthcare Solutions angewendet
(© Bosch)

Der molekulardiagnostische COVID-19-Schnelltest wird auf dem Analysegerät Vivalytic von Bosch Healthcare Solutions angewendet und kann direkt von allen medizinischen Einrichtungen genutzt werden, heißt es dazu. Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH erklärt: „Mit dem Bosch COVID-19-Schnelltest wollen wir einen Beitrag zur möglichst raschen Eindämmung der Corona-Pandemie leisten. Infizierte Patienten können schneller identifiziert und isoliert werden“.

Laut Hersteller lässt sich mit dem neu entwickelten Schnelltest bei Patienten eine Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 in unter zweieinhalb Stunden von der Entnahme der Probe bis zum Ergebnis feststellen. Da der Test direkt am Ort der klinischen Behandlung durchgeführt werden kann, entfallen Transportwege, die wertvolle Zeit kosten. Dadurch würden die Patienten schnell Gewissheit über ihren Gesundheitszustand erhalten. Zudem könnten infizierte Personen umgehend identifiziert und isoliert werden.

Bei den aktuell eingesetzten Tests müssten Patienten in der Regel mit Wartezeiten von ein bis zwei Tagen rechnen. „Im Kampf gegen das Coronavirus ist Zeit einer der entscheidenden Faktoren. Eine zuverlässige, schnelle Diagnose direkt vor Ort ohne Umwege – das ist der große Vorteil unserer Lösung, die für uns auch ein Beispiel von Technik fürs Leben ist“, so Denner.

Nach eigenen Angaben lieferte der Bosch-Test in diversen Labortests die Ergebnisse mit einer Genauigkeit von über 95 Prozent und erfüllt die Qualitätsstandards der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Zur Anwendung heißt es: Die Probe wird mittels Abstrichtupfer aus Nase oder Rachen eines Patienten entnommen. Anschließend wird die Kartusche, die bereits sämtliche für den Test erforderliche Reagenzien enthält, für die Analyse in das Vivalytic-Gerät eingeführt. Das medizinische Personal kann sich während der Auswertung anderen Aufgaben widmen, beispielsweise der Behandlung von Patienten.

Die Handhabung des Vivalytic-Analysegeräts sei zudem so anwenderfreundlich gestaltet, dass auch nicht speziell geschultes Medizinpersonal die Testauswertung zuverlässig durchführen kann. Das Unternehmen betont, dass mit diesem Gerät bis zu zehn Tests innerhalb von 24 Stunden durchgeführt werden könnnen. Schon mit 100 Geräten würden sich am Tag bis zu 1 000 Tests auswerten lassen.

Zusätzlich könnten mit derselben Probe neben COVID-19 gleichzeitig weitere neun Atemwegserkrankungen wie Influenza A und B untersucht werden. „Die Besonderheit des Bosch-Tests ist: Durch die Differenzialdiagnostik ersparen sich die Ärzte zusätzlich die Zeit für weitere Tests, erhalten rasch eine fundierte Diagnose und können daraus schneller eine geeignete Therapie einleiten", so Marc Meier, Geschäftsführer der Bosch Healthcare Solutions GmbH.

Zum Hintergrund heißt es: Der Bosch COVID-19-Schnelltest ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit der Tochtergesellschaft Bosch Healthcare Solutions mit dem nordirischen Medizintechnik-Unternehmen Randox Laboratories Ltd. Der neu entwickelte Test wird ab April 2020 in Deutschland erhältlich sein, weitere europäische und außereuropäische Märkte sollen folgen.

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 Julia Mutzbauer

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Redaktion, eGovernment Computing