Digitale Lösung soll Gesundheitsamt entlasten Bonn entwickelt App zur Verwaltung der Corona-Daten

Autor: Julia Mutzbauer

Die Covid-19-Pandemie stellt Gesundheitsämter vor große Herausforderungen: Corona-Fälle müssen möglichst schnell erfasst und verwaltet werden. Die Stadt Bonn hat deshalb eine App entwickelt, um die Datenverwaltung für ihre Gesundheitsbehörde zu erleichtern.

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Um die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes zu unterstützen, hat die Stadt Bonn eine eigene App entwickelt
Um die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes zu unterstützen, hat die Stadt Bonn eine eigene App entwickelt
(© Alessandro Biascioli – stock.adobe.com)

Mithilfe der Low-Code-Plattform Intrexx des Software-Anbieters United Planet hat die Stadt eine eigene Lösung entwickelt: Mit der Applikation „CovDi“ (Covid Digital) können die Mitarbeiter des Gesundheitsamts die Corona-Daten unkompliziert erfassen und effizient verwalten. So können über eine simple Eingabemaske neue Fälle und Kontaktpersonen registriert werden. Diese Daten werden dann an die App übermittelt und stehen sofort allen Berechtigten zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung. Daraufhin können Benachrichtigungen an Bürgerinnen und Bürger automatisiert per Mausklick vorbereitet und im Anschluss versendet werden.

Zudem hat das „Quarantäne-Team“ jeweils einen aktuellen Überblick über die Personen, für die eine Quarantäne angeordnet wurde. Denn Informationen wie etwa neue Symptome im Krankheitsverlauf, ein neues Testergebnis oder eine angeordnete Quarantäne können nachträglich im System ergänzt und einfach ausgelesen werden. Ein sicheres Berechtigungssystem garantiert dabei, dass nur Befugte auf die sensiblen Daten Zugriff haben.

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Vor der Einführung von CovDi hatte die Stadt Bonn die Daten zu ihren Corona-Fällen provisorisch über Microsoft SharePoint erfasst. Um eine saubere Datenhaltung zu gewährleisten, migrierte die IT-Abteilung diese „alten“ Daten kurzerhand in die neue Applikation.

Über die Low-Code-Plattform können auch im Nachhinein noch Änderungen und Optimierungen vorgenommen werden, ohne dass die laufenden Applikationen davon beeinträchtigt werden. Diesen Umstand machte sich die Stadt Bonn bereits zunutze: So wurde eine „Multiimport-Funktion“ eingeführt, mit der Datensätze von ganzen Schulklassen oder anderen Gruppen im Handumdrehen übernommen werden können.

Darüber hinaus macht eine neue Funktion dem Gesundheitsamt die Arbeit auch über die Corona-Pandemie hinaus leichter: So wurde ein digitaler Dienstplan entwickelt, mit dem die Einsatzzeiten der Beschäftigten sechs Wochen im Voraus effizient und transparent festgelegt werden können.

Um andere Stadtverwaltungen zu unterstützen, hat die Stadt Bonn ihre Eigenentwicklung auf der Code-Plattform GitHub frei zugänglich gemacht. So könnten bald weitere Städte folgen, die mithilfe von Low Code ihre Verwaltung von Coronafällen smart digitalisieren.

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Redaktion, eGovernment Computing