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Tarifverhandlungen Ärzte: Land Hessen und „Marburger Bund“ erzielen Einigung „Beste Bedingungen für medizinische Versorgung“

| Autor: Julia Mutzbauer

Nach insgesamt sieben Verhandlungsrunden haben die Hessische Landesregierung und die Ärztegewerkschaft „Marburger Bund“ nun eine Tarifeinigung für die Ärztinnen und Ärzte am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) erzielt. Die rund 1.300 Ärztinnen und Ärzte erhalten gut 7,4 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 33 Monaten.

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Nach der Tarifeinigung für Ärzte ist neben einer Gehaltserhöhung auch eine Lösung für Wochenend- und Bereitschaftsdienste vorgesehen
Nach der Tarifeinigung für Ärzte ist neben einer Gehaltserhöhung auch eine Lösung für Wochenend- und Bereitschaftsdienste vorgesehen
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Nach den Angaben des Hessischen Innenministeriums erhalten die Ärztinnen und Ärzte am UKGM, neben einer Einmalzahlung, rückwirkend ab dem 1. Januar 2020 2,5 Prozent mehr Gehalt. Ab dem 1. Oktober 2020 werden die Bezüge erneut um 2,5 Prozent angehoben und ab dem 1. Oktober 2021 nochmals um 2,25 Prozent erhöht. Die Laufzeit endet am 30. Juni 2022. Außerdem bekommen die Ärztinnen und Ärzte am UKGM, wie bereits die übrigen Landesbeschäftigten, das bundesweit einmalige LandesTicket Hessen.

Innenstaatssekretär Dr. Stefan Heck zeigte sich mit dem Abschluss sehr zufrieden: „Ich freue mich, dass wir nach neunmonatigen Verhandlungen einen passgenauen Abschluss für die hessischen Universitätskliniken erzielen konnten. Unser Abschluss zeigt, dass auch in Pandemiezeiten der Spagat zwischen der höchstmöglichen Patientensicherheit einerseits und der Honorierung der hervorragenden Leistungen der Ärztinnen und Ärzte anderseits gelingen kann. Wir haben jetzt eine passgenaue hessische Lösung für die Wochenend- und Bereitschaftsdienste gefunden.“

„Insbesondere bei den Bereitschaftsdiensten wurde ein bundesweit einmaliger Weg gefunden, sowohl die hervorragenden Leistungen der Ärztinnen und Ärzte finanziell zu honorieren als auch einen flexibleren Freizeitrahmen zu gestalten“, ergänzt Heck. Dafür sollen bundesweit einmalig Zeitgutschriften für Bereitschaftsdienste eingeführt werden. Dies ermöglicht es Ärztinnen und Ärzten künftig ihre Bereitschaftsdienste auf Antrag auch durch Freizeit auszugleichen.

„Der Abschluss ist aber vor allem auch eine gute Nachricht für die Patientinnen und Patienten, weil er die medizinische Versorgung auf Spitzenniveau in unserem Land nachhaltig sichert und den Arztberuf im Dienste des Landes für junge Fachkräfte noch attraktiver macht“, betont der Staatssektretär.

Hintergrund

Die Verhandlungen standen unter der Leitung des Innenstaatssekretärs Dr. Stefan Heck, da die betroffenen Ärztinnen und Ärzte Beschäftigte des Landes Hessen sind. Zudem waren auf der Arbeitgeberseite die Verantwortlichen der Rhön-Klinikum AG sowie des Universitätsklinikums Gießen und Marburg beteiligt. Schließlich verhandelten auch die Vertreter der Stiftungsuniversität Frankfurt und des Universitätsklinikums Frankfurt mit und schlossen sich für die Ärztinnen und Ärzte am Uniklinikum Frankfurt der Tarifeinigung an.

Das Land Hessen hat bereits vor 14 Jahren mit dem „Marburger Bund“ einen eigenständigen Tarifvertrag-Ärzte Hessen vereinbart, der durch die hessischen Tarifvertragsparteien stetig weiterentwickelt wurde. Das Tarifwerk unterscheidet sich in einer Vielzahl von Regelungen grundlegend von dem Tarifvertrag der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Zum Beispiel das gesamte Eingruppierungsrecht, die Entgelttabellen und zahlreiche allgemeine Regelungen. Der Tarifvertrag-Ärzte Hessen gilt unmittelbar für das Universitätsklinikum Gießen und Marburg und über einen Anerkennungstarifvertrag mittelbar für das Universitätsklinikum Frankfurt.

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 Julia Mutzbauer

Julia Mutzbauer

Redaktion, eGovernment Computing