App auf Rezept Abrechnung nach einem Jahr DiGA

Von Eva Hornauer

Seit Herbst 2020 können in Deutschland digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) – sogenannte „Apps auf Rezept“ – verschrieben werden. Eine Umfrage der Stiftung Gesundheit unter insgesamt 569 Ärzten und Psychotherapeuten fragte die Akzeptanz dieser Angebote ab und zieht damit Bilanz zur Praxis der „Apps auf Rezept“.

Die Mehrheit der Ärzte steht den „Apps auf Rezept“ grundsätzlich offen gegenüber – so das Ergebnis einer Befragung von Ärzten und Psychotherapeuten
Die Mehrheit der Ärzte steht den „Apps auf Rezept“ grundsätzlich offen gegenüber – so das Ergebnis einer Befragung von Ärzten und Psychotherapeuten
(© natali_mis – stock.adobe.com)

Mit der Möglichkeit, eine App auf Rezept zu verschreiben, begann Deutschland im Herbst 2020 ein weltweit neuartiges Projekt. Der eHealth Monitor 2021 lobte die Entwicklung der digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) in Deutschland. Doch sind längst nicht alle relevanten Akteure vom Nutzen der Apps auf Rezept überzeugt.

Im Rahmen der Studienreihe „Ärztinnen und Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit“ der Stiftung Gesundheit wurde in diesem Jahr die Integration von DiGA im Praxisalltag der befragten Ärzte und Psychotherapeuten abgefragt. Die zentrale Erkenntnis: Das Spektrum der Reaktion der Befragten ist groß und reicht von „Early Adopters“, die DiGA regelmäßig verschreiben, bis hin zu Skeptikern, die den Apps noch nicht vertrauen. „Ärztliche Behandlung ist seit Jahrtausenden eine individuelle, auf menschlichem Wissen und Vertrauen basierende Tätigkeit. Hören Sie auf, das technisieren zu wollen“, schreibt etwa ein Teilnehmer.

Nichtsdestotrotz gaben mehr als 80 Prozent der Befragten an bereits von DiGA gehört zu haben, sie demnächst ausprobieren zu wollen oder dies bereits getan zu haben. Die Bekanntheit nach einem Jahr „App auf Rezept“ ist also recht ausgeprägt. Allerdings sind die Apps in der Praxis nicht sonderlich beliebt: 71 Prozent der Befragten gaben an, noch nie eine App empfohlen und 86 Prozent gaben an, noch nie eine App verschrieben zu haben. Letzterer Wert – also die Frage nach den Verschreibungen einer DiGA – konnte sich im Vergleich zum Vorjahr – dem Einführungsjahr – deutlich verbessern: 2020 gaben 99 Prozent der Befragten an, noch nie eine App verschrieben zu haben.

Die Mehrheit der Ärzte stehe den „Apps auf Rezept“ aber grundsätzlich offen gegenüber. Über 65 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass DiGA-Anwendungen bei gezielter Verwendung überaus hilfreich sein könnten. Knapp 83 Prozent finden Apps mit Tagebuchfunktion – etwa für Allergiker – durchaus sinnvoll. Am wenigsten eignet sich der Einsatz von Apps, laut den Befragten, zur Behandlung von Depressionen und suizidalen Gedanken sowie Suchterkrankungen.

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