Digitalprogramm 2025 127 Millionen Euro für Brandenburgs Krankenhäuser

Von Natalie Ziebolz

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Brandenburg hat mit dem Digitalprogramm 2025 seine Digitalisierungsstrategie für die kommenden Jahre vorgelegt. Auch die Bereiche Telemedizin und eHealth spielen darin eine Rolle.

Mit dem Digitalprogramm 2025 soll das Gesundheitswesen in Brandenburg modernisiert werden
Mit dem Digitalprogramm 2025 soll das Gesundheitswesen in Brandenburg modernisiert werden
(© metamorworks – stock.adobe.com )

„Aktive Digitalpolitik soll zu gleichwertigen Lebensverhältnissen im ganzen Land beitragen. Digitalisierung ist dabei viel mehr als Buddeln für die Breitbandkabel – es ist ein zentrales gesellschaftspolitisches Thema“, ist sich der brandenburgische Staatssekretär Benjamin Grimm sicher. Das Land hat daher eine neue Digitalisierungsstrategie vorgestellt – das Digitalprogramm 2025. „Mit dem Digitalprogramm 2025 geben wir uns einen praxisorientierten Fahrplan für den digitalen Wandel in Brandenburg“, so Grimm. „Wir haben in der gesamten Landesregierung neue Strukturen aufgebaut und Digitalisierung in allen Ressorts fest verankert.“

So beschäftigt sich das Papier auch mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen. „Die demografische Entwicklung stellt für alle in der medizinischen Versorgung eine große Herausforderung dar“, erklärt Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft die Notwendigkeit dafür. „Digitalisierung, Telemedizin und eHealth haben in der Pandemie einen deutlichen Schub erlebt und sind eine enorme Chance, um gerade in den ländlichen Räumen die medizinische Versorgung sicherzustellen und eine enge Verzahnung der verschiedenen Sektoren des Gesundheitswesens wie ambulante und stationäre Versorgung, Nachsorge, Pflege und Rehabilitation zu ermöglichen.“

Mehr Interoperabilität in den Gesundheitsämtern

Nicht verwunderlich also, dass die Digitalstrategie 2025 auch in diesem Bereich einen Schwerpunkt setzt. So sollen etwa die „administrativen und täglichen Arbeitsabläufe in Gesundheitsämtern mithilfe von technischen und prozessualen Modernisierungsmaßnahmen“ gestärkt werden. Dafür stellt das Land Brandenburg den Ämtern beispielsweise ein elektronisches Meldeportal zur Verfügung, „mit dessen Hilfe die ein­richtungs­bezogene Impfpflicht“ umgesetzt werden soll.

Überhaupt sieht die neue Digitalstrategie vor, die Interoperabilität der Verfahren und Fachanwendungen zu stärken. Gleichzeitig sollen digitale Arbeitsgeräte, Software, Konferenzlösungen wie Videosysteme angeschafft und bestehende Angebote verbessert werden. Dafür können die Gesundheitsämtern auch Fördermittel beantragen – etwa im Rahmen der Verwaltungsvereinbarung zur technischen Modernisierung der Gesundheitsämter oder der Vereinbarung zur Umsetzung des Förderprogramms Digitalisierung.

Förderung von eHealth und Telemedizin

Doch auch die Krankenhäuser gehen nicht leer aus. Da sie Teil der kritischen Infrastruktur sind, zielt das Digitalprogramm 2025 darauf ab, resiliente und widerstandsfähige Systeme, Strukturen und Prozesse zu etablieren. Dafür stehen im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) insgesamt 127,3 Millionen Euro zur Verfügung.

„Damit werden wir Maßnahmen zur Digitalisierung der Ablauforganisation und Kommunikation, der Telemedizin, Robotik und Hightech-Medizin fördern. Auch Investitionen in die IT- und Cybersicherheit der Krankenhäuser und die regionalen Versorgungsstrukturen sollen daraus Unterstützung erhalten“, heißt es in dem Strategiepapier. Bereits bis zum Jahr 2024 sollen die 54 Krankenhäuser so modernisiert werden. Durch Modellprojekte wie das HerzCheck-Projekt, eine mobile MRT-Einheit, soll zudem die telemedizinische- und sektorenübergreifende Versorgung ausgebaut.

Das HerzCheck-Projekt

In Deutschland sind rund 2,5 Millionen Menschen von Herzinsuffizienz betroffen. Um Lebensqualität und -erwartung der Patienten zu steigern ist es wichtig, die Herzschäche frühzeitig zu erkennen. Dies geschieht mithilfe einer Magnetresonanztomografie (MRT).

Das Projekt „HerzCheck“ bringt das dafür benötigte Gerät in die Nähe der Patienten. Die mobile MRT-Einheit besteht aus einem MRT-Trailer und einer modernen LKW-Spezialkonstruktionen. Per Telekonsil werden Ärzte mit langjähriger Erfahrung in diesem Bereich zugeschalten.

Das Projekt findet unter Leitung des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB) statt und soll eine innovative Herzinsuffizienz-Diagnostik sowie eine bessere medizinische Versorgung in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern demonstrieren.

Zum HerzCheck-Projekt

Ein digitales Leitkrankenhaus entsteht

Zudem soll in der Modell-Region Gesundheit Lausitz das Innovationszentrum Universitätsmedizin Cottbus (IUC) entstehen. Dafür soll die Universitätsmedizin Cottbus mit einem digital unterstützten Netzwerk von Akteuren der Gesundheitsversorgung zusammengeschlossen werden. „Forschung, Lehre und Versorgung sollen in neuartiger Weise unter der Nutzung der Digitalisierung verknüpft und in einem ,Reallabor‘ für digitale Gesundheitsversorgung umgesetzt werden. Zugleich sollen die Medizinerausbildung neu strukturiert und die Gesundheitsversorgung ,aus einem Guss‘ neu gedacht werden“, heißt es dazu auch in § 17 S. 1 Nr. 28 Investitionsgesetz Kohleregionen.

Im Zuge dessen ist auch geplant, das Carl-Thiem-Klinikum Cottbus „über die gesetzlich geforderten Maßnahmen hinaus“ digital aufzurüsten und somit zu einem digitalen Leitkrankenhaus auszubauen. Das Klinikum soll sich darüber hinaus an der Weiterentwicklung der Versorgung, sowie der Lehre der Universitätsmedizin beteiligen. „Das Digitale Leitkrankenhaus bildet somit die Schnittstelle zwischen moderner medizinischer Versorgung und gesundheitswissenschaftlicher und klinischer Forschung am IUC“, heißt es im Digitalprogramm 2025.

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